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Cloud-Backup vs. lokales Backup: Der Vergleich

Cloud-Backup vs. lokales Backup – die Kurzantwort: Die Sicherung im Haus liefert Daten schneller zurück, die Kopie im Rechenzentrum übersteht dafür Schäden, die das ganze Gebäude treffen. Die sinnvolle Frage lautet deshalb nicht „entweder – oder“, sondern welche Daten wohin gehören und welche Kopie im Ernstfall zuerst einspringt.

Stand: Oktober 2026

Überblick

Cloud-Backup vs. lokales Backup: zwei Speicherorte, zwei Aufgaben

Ein lokales Backup landet auf einem Sicherungsspeicher im eigenen Gebäude, zum Beispiel auf einem NAS, einem eigenen Sicherungsserver oder auf wechselnden Festplatten. Beim Cloud-Backup schickt die Sicherungssoftware die Daten verschlüsselt über die Internetleitung in ein Rechenzentrum. Beide Kopien unterscheiden sich darin, gegen welche Schäden sie helfen und wie zügig sie Daten zurückliefern.

Angenommen, eine Mitarbeiterin überschreibt versehentlich eine Angebotskalkulation: Aus der lokalen Sicherung ist die Datei schnell wieder da. Zerstört dagegen ein Kabelbrand im Technikraum den Server und das NAS im Regal daneben, hilft nur noch eine Kopie an einem anderen Ort.

Das BSI fordert im IT-Grundschutz-Baustein CON.3 Datensicherungskonzept, Sicherungsmedien räumlich getrennt von den gesicherten Systemen aufzubewahren, möglichst in einem anderen Brandabschnitt (Anforderung CON.3.A12, Edition 2023, Stand: Oktober 2026). Ein Sicherungsspeicher gleich neben dem Server deckt diesen Punkt nicht ab.

Den Rahmen für die Kombination setzt die 3-2-1-Regel. Wie wir beide Speicherorte zu einem Konzept verbinden, steht auf unserer Seite zur Datensicherung für Unternehmen. Einzelheiten zur Kopie im Rechenzentrum finden Sie beim Cloud-Backup für Unternehmen, eine Checkliste im Ratgeber zur Backup-Strategie. Die Aufteilung Ihres Datenbestands auf beide Orte planen wir auf Wunsch nach einer kostenlosen Erstberatung mit Ihnen.

Entscheidungshilfe

Kopie im Rechenzentrum und Speicher im Haus nach Kriterien

Gegenübergestellt sind zwei Lösungsarten, keine bestimmten Produkte. Wie stark ein Kriterium wiegt, hängt von Datenmenge, Leitung und Schutzbedarf Ihres Betriebs ab.

Cloud-Backup und lokales Backup im Kriterienvergleich für KMU
KriteriumCloud-BackupLokales Backup
Rücksicherung großer DatenmengenHängt am Download der Leitung und dauert für ganze Server in der Regel deutlich länger als im Firmennetz. Nach CON.3.A9 sollte die Netzanbindung zu den zulässigen Wiederherstellungszeiten passen. Je nach Lösung ist ein Notbetrieb im Rechenzentrum möglich.Über das Firmennetz zügig, für einzelne Dateien ebenso wie für komplette Systeme.
Schutz bei Brand, Wasser und EinbruchDie Kopie liegt räumlich getrennt und bleibt von einem Schaden am Gebäude unberührt.Steht der Speicher im selben Raum oder Brandabschnitt wie der Server, sind beide zugleich gefährdet.
Schutz vor RansomwareGegen Ransomware helfen getrennte Zugänge, Multi-Faktor-Authentifizierung und eine Sperrfrist, soweit die Lösung sie bietet; sie erschweren Angreifern den Zugriff auf die Kopie.Dauerhaft eingebundene Netzlaufwerke sind für Angreifer im Netz erreichbar; Schutz bieten getrennte Konten, unveränderliche Sicherungen oder Medien, die nach dem Lauf vom Netz gehen.
Abhängigkeit vom InternetanschlussDer Upload begrenzt, wie viel pro Nacht übertragen wird; die erste Vollsicherung braucht einen Plan.Läuft unabhängig von der Leitung, auch wenn der Anschluss gestört ist.
Datenstandort und VertragDie Daten liegen bei einem Dienstleister. Speicherort, Verfügbarkeit, Anmeldung und Verschlüsselung gehören in den Vertrag (CON.3.A9), dazu ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung.Die Daten bleiben im eigenen Haus. Zutritt, Klima und Zustand der Hardware verantworten Sie selbst.
Aufwand im laufenden BetriebKeine eigene Hardware für die Kopie außer Haus; die Übertragungen müssen trotzdem überwacht werden.Festplatten altern und fallen aus; wechselnde Medien braucht jemand, der sie zuverlässig tauscht.
Wachsender DatenbestandMehr Speicher lässt sich je nach Vertrag dazubuchen; die Leitung muss mitwachsen.Ist der Speicher voll, steht eine Erweiterung oder ein neues Gerät an.
Notebooks und AußendienstNotebooks im Homeoffice oder beim Kunden übertragen ihre Sicherung über das Internet.Gesichert wird nur, wenn das Gerät im Firmennetz oder per VPN verbunden ist.
KostenlogikLaufende Kosten nach Speichermenge, Zahl der Sicherungsstände und Aufbewahrungsdauer, dazu die Einrichtung.Anschaffung des Speichers, Ersatz am Ende seiner Nutzungszeit, Strom und Pflege.
Passt eher, wenn …… Ihre Daten einen Schaden am Standort überstehen sollen und kein zweites Gebäude für eine eigene Kopie bereitsteht.… große Datenmengen schnell zurückkommen müssen oder die Leitung für eine tägliche Übertragung nicht ausreicht.

Stand: Oktober 2026Beide Spalten ergänzen sich: Nach der 3-2-1-Regel gehören Speicher im Haus und Kopie außer Haus in ein Konzept.

Stärken

Wo die beiden Sicherungswege punkten

Welche Stärke zählt, hängt davon ab, welchen Schaden Sie absichern wollen.

Stärken des Cloud-Backups

Die Kopie im Rechenzentrum ist vom Gebäude, vom Stromnetz und vom Firmennetz getrennt. Sie bleibt nutzbar, wenn vor Ort nichts mehr funktioniert, und braucht keinen eigenen Platz im Serverraum.

  • Übersteht Brand, Wasserschaden und Diebstahl am Standort
  • Eignet sich für Notebooks, die selten ins Büro kommen
  • Speicher wächst ohne neue Hardware im Haus

Stärken des lokalen Backups

Der Speicher im eigenen Haus ist über das Firmennetz angebunden und damit schnell. Er arbeitet ohne Internetanschluss, und die Daten verlassen Ihr Gebäude nicht.

  • Kurze Wege bei der Rücksicherung, auch für ganze Server
  • Unabhängig von Upload, Download und Störungen der Leitung
  • Volle Kontrolle über Speicherort und Hardware

Orientierung

Welche Aufteilung zu welcher Unternehmensgröße passt

  • Einstieg

    Kleines Büro ohne eigenen Server

    Ein Teil der Dateien liegt in Microsoft 365, ein anderer auf einem kleinen Netzwerkspeicher. Hier zählt vor allem, dass es überhaupt eine Kopie außerhalb des Büros gibt; die Cloud-Daten deckt ein eigenes Microsoft 365 Backup ab.

    • Lokale Kopie auf einem getrennten Speicher
    • Cloud-Kopie der Ablagen, die nicht in Microsoft 365 liegen
    • Postfächer und Cloud-Dateien eigens gesichert
  • Kombination

    Betrieb mit Server im Haus

    Fachanwendung, Dateiablage und Datenbanken laufen auf eigenen Servern. Die lokale Sicherung bringt Systeme schnell zurück; für die Disaster Recovery nach einem Totalausfall springt die Kopie im Rechenzentrum ein.

    • Nächtliche Sicherung auf den lokalen Speicher
    • Verschlüsselte, unveränderliche Kopie außer Haus
    • Wiederanlauf-Reihenfolge je System festgelegt
  • Staffelung

    Mehrere Standorte oder große Datenbestände

    Konstruktionsdaten oder Bildarchive sprengen schnell die nächtliche Übertragung. Dann sichert jeder Standort lokal, und die Kopie außer Haus entsteht am anderen Standort oder nur für die wichtigsten Daten in der Cloud.

    • Gegenseitige Kopie zwischen eigenen Gebäuden
    • Cloud für Daten mit hohem Schutzbedarf
    • Leitungskapazität in die Planung einbezogen

Kostenlogik

Einmal anschaffen oder laufend Speicher bezahlen

Beim lokalen Backup entstehen die Kosten vor allem zu Beginn: Speichergerät, Festplatten und gegebenenfalls Lizenzen für die Sicherungssoftware. Nach einigen Jahren steht der Ersatz an, weil Platten verschleißen und der Datenbestand wächst. Dazu kommen Strom, Platz im Serverraum und die Arbeitszeit für Medienwechsel und Kontrolle.

Beim Cloud-Backup verschiebt sich der Aufwand in laufende Kosten. Sie richten sich nach der belegten Speichermenge, nach der Zahl der aufbewahrten Sicherungsstände und danach, wie lange diese erhalten bleiben. Eine Sperrfrist gegen Löschen verlängert die Aufbewahrung und damit den Speicherbedarf. Reicht der Upload nicht, kann zusätzlich ein Anschluss mit höherer Bandbreite nötig werden.

Rechnen Sie außerdem mit, was ein Stillstand kostet. Ein Tag ohne Fachanwendung oder Dateiablage wiegt in vielen Betrieben schwerer als der Unterschied zwischen beiden Speicherwegen. Welche Kombination sich für Sie rechnet, beziffern wir im individuellen Angebot, das auf das kostenlose Beratungsgespräch folgt.

Typische Fehler

Fehler bei der Wahl des Speicherorts

NAS direkt neben dem Server

Original und Kopie stehen im selben Regal. Ein Brand, ein Wasserschaden oder ein Überspannungsschaden trifft beide auf einmal.

Alles auf eine Karte

Die Sicherung im Haus wird abgebaut, weil die Cloud-Kopie ja läuft. Fällt dann der Server aus, wartet das Team auf den Download über die Internetleitung.

Synchronisation mit Sicherung verwechselt

Ein Cloud-Speicher, der Ordner abgleicht, übernimmt auch Löschungen und verschlüsselte Dateien. Ein Backup hält dagegen ältere Stände getrennt vor.

Sicherungsspeicher mit Domänenanmeldung

Hängt das NAS am Active Directory und lässt sich mit einem normalen Administratorkonto verwalten, erreicht ein Angreifer mit diesem Konto auch die Sicherung.

Wechselplatte unverschlüsselt außer Haus

Die wöchentliche Sicherungsplatte reist unverschlüsselt in der Tasche der Geschäftsführung mit. Geht sie verloren, sind sämtliche Firmendaten lesbar.

Medienwechsel bleibt liegen

Wechselfestplatten sollen wöchentlich getauscht werden, aber im Urlaub oder bei Krankheit fühlt sich niemand zuständig.

Nur ein Weg geprobt

Rücksicherungen werden nur lokal getestet. Wie lange der Download eines kompletten Servers aus der Cloud dauert, weiß niemand.

Wechsel

So ergänzen Sie Ihre Sicherung um den fehlenden Speicherort

  1. 01

    Ist-Stand klären

    Welche Systeme werden heute wohin gesichert, wie groß ist der Bestand, und wie viel ändert sich pro Tag?

  2. 02

    Zielwerte je System

    Mit RTO und RPO bestimmen Sie die zulässige Ausfallzeit und den tragbaren Datenverlust je System. Daraus folgt, welche Kopie im Ernstfall die erste Wahl ist.

  3. 03

    Leitung messen

    Upload und Download bestimmen, ob die erste Übertragung in einigen Nächten gelingt oder in Etappen geplant werden muss.

  4. 04

    Einrichten und abschotten

    Die neue Kopie erhält eigene Zugänge, einen zweiten Anmeldefaktor und je nach Lösung eine Sperrfrist, die Sicherungsstände gegen Ändern und Löschen schützt.

  5. 05

    Rücksicherung aus beiden Quellen

    Testdaten kommen von beiden Speicherorten zurück; die Dauer wird notiert.

  6. 06

    Laufende Kontrolle

    Beide Wege tauchen im Statusbericht am Morgen auf, und die Rücksicherungsproben wiederholen wir nach Plan.

Welche Kopie holt Ihre Daten im Ernstfall zurück?

Unsere Empfehlung: Kombinieren Sie eine lokale Sicherung für schnelle Rücksicherungen mit einer verschlüsselten, unveränderlichen Kopie außer Haus.

FAQ

Häufige Fragen zu Cloud-Backup vs. lokales Backup

Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: +49 2933 922822-0 oder schreiben Sie an info@pronet-systems.de.

Reicht ein Cloud-Backup ohne lokale Sicherung aus?

Nein, sobald ein eigener Server oder eine Fachanwendung mit größerem Datenbestand dazugehört, raten wir davon ab. Anders kann es aussehen, wenn kaum Daten lokal liegen, weil E-Mail und Ablage in Microsoft 365 laufen und dort eigens gesichert sind. Rechnen Sie vorher durch, wie lange der Download Ihres größten Systems dauern würde.

Sind Sicherungsbänder neben einem Cloud-Backup noch sinnvoll?

Ja, als Offline-Kopie im Haus können Bänder sinnvoll sein: Nach dem Sicherungslauf aus dem Laufwerk genommen, sind sie über das Netz nicht erreichbar. Das entspricht dem Gedanken aus CON.3.A14, Sicherungsmedien nur für den Sicherungslauf mit den Systemen zu verbinden. Nötig sind ein fester Wechselplan, eine Lagerung außerhalb des Serverraums und regelmäßige Leseproben. Einzelne Dateien holt ein Plattenspeicher im Netz schneller zurück.

Was hat nach einem Ransomware-Angriff Vorrang, die lokale Sicherung oder die Cloud-Kopie?

Vorrang hat die Kopie, die nachweislich unverändert ist und am schnellsten zurückliefert. Hatten die Angreifer keinen Zugriff auf den lokalen Speicher, geht es dort zügiger; sonst wird er geprüft, und die gesperrte Kopie außer Haus übernimmt. Vorher muss feststehen, seit wann die Angreifer im Netz waren, damit kein bereits befallener Stand zurückkommt. Wir spielen die Daten zurück, sobald die Untersuchung des Vorfalls dafür grünes Licht gibt.

Kann ein zweiter Firmenstandort die Kopie im Rechenzentrum ersetzen?

Ja, wenn die Gebäude weit genug auseinanderliegen und die Kopie dort genauso abgeschottet ist. Dazu gehören getrennte Zugänge, damit ein Angreifer nicht über das gemeinsame Netz beide Kopien erreicht, und eine ausreichend schnelle Verbindung. Gleichzeitig tragen Sie dann selbst die Verantwortung für Hardware, Zutritt und Wiederherstellung an beiden Orten.

Brauchen wir für die lokale Sicherung und die Cloud-Kopie zwei verschiedene Programme?

Nein, nicht zwingend, denn viele Sicherungslösungen schreiben auf mehrere Ziele. Wichtiger als die Zahl der Programme ist, dass die Kopie außer Haus eigene Zugangsdaten hat und sich nicht mit dem Konto löschen lässt, das den lokalen Speicher verwaltet.

Beide Sicherungswege aufeinander abstimmen

Schreiben Sie uns, welche Systeme Sie heute wohin sichern und mit welcher Datenmenge Sie ungefähr rechnen. Wir ordnen ein, welcher Speicherort welche Aufgabe übernehmen sollte, und erstellen daraus Ihr individuelles Angebot.

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