Zu knapp bemessen
Über die Jahre kommen neue Server, Switches und ein Speichersystem an dieselbe USV. Die Überbrückungszeit reicht dann nicht mehr für das Herunterfahren aller Geräte.
Server & Infrastruktur
Eine USV für Server überbrückt Stromausfälle und Spannungsschwankungen so lange, bis Ihre Server geordnet heruntergefahren sind. Wir berechnen, wie groß die Anlage für Ihre Geräte sein muss, richten die automatische Abschaltung ein und behalten Batterien und Selbsttests im Blick.
Überblick
Eine USV, ausgeschrieben unterbrechungsfreie Stromversorgung, sitzt zwischen Stromnetz und IT-Geräten und speist diese bei einem Netzausfall aus Batterien weiter. Für Server ist sie weniger ein Mittel zum Weiterarbeiten als eine Versicherung für den geordneten Abschluss.
Fällt der Strom ohne Vorwarnung weg, bricht ein Server mitten in seinen Schreibvorgängen ab. Datenbanken, Dateisysteme und virtuelle Maschinen können dabei beschädigt werden, und der Neustart dauert länger als gewohnt, weil Prüfungen laufen oder Daten aus der Sicherung zurückgeholt werden müssen. Auch kurze Einbrüche oder Schwankungen der Spannung, etwa bei Gewittern, lassen Geräte unkontrolliert neu starten. Eine passend ausgelegte USV überbrückt Ausfälle und gleicht, je nach Bauart, auch Schwankungen aus.
Das BSI behandelt die USV im IT-Grundschutz-Kompendium, unter anderem im Baustein INF.5 für Räume und Schränke mit technischer Infrastruktur. Sinngemäß empfiehlt es, die angeschlossenen Geräte bewusst festzulegen und die Überbrückungszeit so zu bemessen, dass alle versorgten Komponenten herunterfahren können. Außerdem soll die Alterung der Batterien eingeplant und die Anlage nach den Intervallen des Herstellers gewartet und getestet werden. Bei Änderungen an den angeschlossenen Geräten soll geprüft werden, ob die Größe noch reicht.
Bei der Bauart gibt es drei Grundformen. Eine Offline-USV, auch Standby-USV genannt, schaltet erst bei einem Ausfall auf Batterie um. Eine Line-Interactive-USV gleicht zusätzlich Spannungsschwankungen in gewissen Grenzen aus, ohne dafür die Batterie zu nutzen. Bei einer Online-USV, auch Doppelwandler genannt, laufen die Geräte dauerhaft über den Wechselrichter und sind so vom Netz entkoppelt. Welche Bauart zu Ihnen passt, hängt von der Netzqualität am Standort und von der Empfindlichkeit der Geräte ab.
Die USV ist Teil unserer Server-Betreuung für KMU. Sie ergänzt die Auswahl passender Server für kleine Unternehmen, etwa mit zwei Netzteilen an getrennten Ausgängen, und wird bei der Servervirtualisierung von Anfang an mitgeplant. Erste Fragen zur Größe Ihrer Anlage beantworten wir in einem kostenlosen Erstgespräch.
Unser Vorgehen
Wir beginnen mit einer Liste aller Geräte, die an die USV sollen, und ihrer Leistungsaufnahme, gemessen oder aus den technischen Daten. Daraus ergibt sich die Last, die die Anlage tragen muss, ergänzt um eine Reserve für Geräte, die in den nächsten Jahren hinzukommen. Die nötige Überbrückungszeit leiten wir aus der Dauer ab, die alle Systeme zum Herunterfahren brauchen. Ein Virtualisierungshost mit vielen virtuellen Maschinen braucht dafür spürbar länger als ein einzelner Dateiserver.
Damit die Abschaltung automatisch abläuft, spricht die USV über eine Netzwerkkarte oder per USB mit einer Abschaltsoftware auf den Servern. Wir legen fest, wann sie auslöst, zum Beispiel nach einer bestimmten Zeit im Batteriebetrieb oder bei einer Restkapazität, und in welcher Reihenfolge die Systeme herunterfahren. Zuerst beenden sich die virtuellen Maschinen, dann die Hosts, und ein gemeinsames Speichersystem folgt als Letztes. In einem Wartungsfenster simulieren wir einen Stromausfall und prüfen, ob die Kette funktioniert.
Im Betrieb melden sich Stromereignisse, Batteriezustand und das Ergebnis der Selbsttests in unserem IT-Monitoring. Wir achten darauf, dass die Batterien nicht zu warm stehen, und tauschen sie, wenn die Tests nachlassende Kapazität zeigen. Größere Anlagen, die fest in die Elektroinstallation eingebunden werden, schließt ein Elektrofachbetrieb an; mit ihm stimmen wir Leistung, Absicherung und Aufstellort ab.
Kurz gesagt
Erst die virtuellen Maschinen, dann die Hosts, zuletzt das Speichersystem.
Typische Probleme
Über die Jahre kommen neue Server, Switches und ein Speichersystem an dieselbe USV. Die Überbrückungszeit reicht dann nicht mehr für das Herunterfahren aller Geräte.
Batterien verlieren mit der Zeit an Kapazität, besonders bei Wärme. Fällt der Strom aus, hält die USV deutlich kürzer als bei der Inbetriebnahme.
Die USV überbrückt, bis die Batterie leer ist, und danach gehen die Server trotzdem hart aus.
Das Speichersystem schaltet vor den Virtualisierungshosts ab, und laufende virtuelle Maschinen verlieren den Zugriff auf ihre Festplatten.
Switch und Firewall hängen am normalen Stromnetz. Die Server laufen weiter, aber niemand erreicht sie, und ein Abschaltbefehl über das Netzwerk kommt nicht an.
Die USV piept in einem abgeschlossenen Technikraum, und keine Meldung erreicht eine zuständige Person.
Ob die Kette aus USV, Software und Servern funktioniert, zeigt sich erst beim echten Ausfall.
Einsatzszenarien
Die Beispiele sind erfunden und zeigen, wie sich die Anforderungen an eine USV mit der Umgebung ändern.
Kleines Büro
Angenommen, ein Büro mit zwölf Arbeitsplätzen betreibt Server, Switch und Firewall in einem Wandschrank. Eine kompakte USV versorgt alle drei Geräte, und der Server fährt nach einer festgelegten Zeit im Batteriebetrieb herunter.
Virtualisierung
Zwei Virtualisierungshosts greifen auf ein Speichersystem zu. Die USV meldet den Ausfall über ihre Netzwerkkarte, die Software fährt die Systeme in der richtigen Reihenfolge herunter.
Produktion
In einer Halle sinkt die Spannung kurz ab, wenn große Maschinen anlaufen. Eine Online-USV entkoppelt den Server mit den Maschinendaten von diesen Einbrüchen.
Ablauf
Wir klären, welche Geräte laufen, wie wichtig sie für Ihren Betrieb sind und ob es schon Ausfälle gab.
Wir erfassen Geräte, Leistungsaufnahme und Aufstellort und prüfen eine vorhandene USV gleich mit.
Größe, Bauart, Überbrückungszeit und Abschaltkonzept beschreibt das individuelle Angebot.
Wir bauen die USV ein, richten die Abschaltsoftware ein und simulieren einen Stromausfall.
Überwachung, regelmäßige Tests und Batterietausch nach Bedarf.
Wir rechnen nach, ob Ihre USV zur heutigen Last passt, und zeigen, was für ein geordnetes Herunterfahren fehlt.
FAQ
Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: +49 2933 922822-0 oder schreiben Sie an info@pronet-systems.de.
So lange, wie Batteriekapazität und angeschlossene Last es zulassen. Bei Server-USV planen wir die Zeit für ein geordnetes Herunterfahren plus Reserve, nicht für einen stundenlangen Weiterbetrieb. Für längere Ausfälle reichen Batterien selten aus; dafür gibt es Stromerzeuger, deren Planung Sache der Elektroplanung des Gebäudes ist.
Spätestens, wenn die Selbsttests nachlassende Kapazität melden oder die vom Hersteller genannte Nutzungsdauer erreicht ist. Viele Geräte erlauben den Tausch im laufenden Betrieb; bei anderen planen wir ein kurzes Wartungsfenster, in dem die Server heruntergefahren werden oder über einen Umgehungsschalter am Stromnetz bleiben. Den Termin legen wir anhand der Testergebnisse aus dem Monitoring fest.
An die USV gehören alle Geräte, die für den Betrieb und für den Abschaltbefehl nötig sind: Server, Speichersysteme, Switches, Firewall und Internetrouter. Geräte mit hohem Strombedarf, die mit der IT nichts zu tun haben, etwa Heizlüfter oder Kaffeemaschinen, gehören nicht daran. Sie würden die Batterie in kurzer Zeit leeren oder die USV überlasten.
Nur begrenzt: Viele USV-Geräte fangen kleinere Spannungsspitzen ab, gegen die Energie eines Blitzeinschlags reicht das aber nicht. Dafür braucht das Gebäude einen gestuften Blitz- und Überspannungsschutz, den das BSI im Baustein INF.5 als eigene Anforderung neben der USV aufführt. Planung und Einbau übernimmt ein Elektrofachbetrieb, mit dem wir uns auf Wunsch zu den Geräten im Serverschrank abstimmen.
Ja, kleinere steckerfertige Geräte für einen Schrank oder einzelne Server werden einfach eingesteckt. Größere Anlagen, die fest in die Elektroinstallation eingebunden werden, gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Diese Arbeiten stimmen wir mit Ihrem Elektrobetrieb ab.
Das hängt von der Einstellung ab, die wir mit Ihnen festlegen. Eine Möglichkeit ist, ein begonnenes Herunterfahren zu Ende zu führen und die Server automatisch neu zu starten, sobald die Batterie wieder eine Mindestladung erreicht hat. Alternativ bleiben die Systeme aus, bis jemand die Lage geprüft und sie kontrolliert von Hand gestartet hat.
Schreiben Sie uns, welche Server und Netzwerkgeräte Sie betreiben und ob bereits eine USV vorhanden ist. Auf dieser Grundlage schätzen wir im Erstgespräch den Umfang ein; auf die Aufnahme vor Ort folgt Ihr individuelles Angebot.