Upload reicht nicht
Die nächtliche Übertragung ist morgens noch nicht fertig, die nächste beginnt schon. Am Ende fehlen ganze Tage in der Kopie.
Backup & Datensicherung
Ein Cloud-Backup legt eine zusätzliche, verschlüsselte Kopie Ihrer Daten in einem Rechenzentrum ab, räumlich getrennt von Server und Büro. Wir richten die Übertragung ein, schützen die Kopie mit eigenen Zugängen und, je nach Lösung, einer Sperrfrist und planen, wie Sie im Ernstfall wieder an Ihre Daten kommen.
Überblick
Beim Cloud-Backup überträgt eine Sicherungssoftware die Daten Ihrer Server und Arbeitsplätze über die Internetleitung in einen Speicher außerhalb des Unternehmens. Gleichbedeutend ist von Online-Backup die Rede; der englische Ausdruck Offsite-Backup betont, dass die Kopie außerhalb des eigenen Standorts liegt. Wir richten die Verschlüsselung so ein, dass sie schon vor dem Versand geschieht und die Daten im Rechenzentrum nur in dieser Form ankommen. Nach der ersten vollständigen Übertragung wandern in der Regel nur noch die Änderungen über die Leitung.
Sinnvoll ist das Cloud-Backup als zweites Standbein, nicht als einziges. Die Kopie im eigenen Haus ist in der Regel der kürzere Weg, eine gelöschte Datei oder einen ganzen Server zurückzuholen. Die Kopie im Rechenzentrum springt ein, wenn das Gebäude selbst betroffen ist, etwa durch Brand, Wasser oder Einbruch. Deshalb raten wir ausdrücklich davon ab, die Sicherung im Haus zugunsten der Cloud aufzugeben. Wann welcher Speicherort seine Stärken ausspielt, steht im Vergleich Cloud-Backup vs. lokales Backup; den Rahmen setzt die 3-2-1-Regel.
Für die Kopie außer Haus nutzen wir ein Rechenzentrum in Deutschland. Was bei Online-Sicherungen zu regeln ist, nennt das BSI im Grundschutz-Baustein CON.3: Ort der Speicherung, vereinbarte Verfügbarkeit, sichere Anmeldung sowie Verschlüsselung auf dem Transportweg und im Speicher. Weil dabei personenbezogene Daten verarbeitet werden, gehört ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung dazu.
Gegen Angriffe hilft vor allem Trennung. Die Cloud-Kopie bekommt Zugänge, die nichts mit den Anmeldungen im Firmennetz, etwa im Active Directory, zu tun haben, und wird mit Multi-Faktor-Authentifizierung geschützt. Je nach Lösung lässt sich eine Sperrfrist setzen, während der Sicherungsstände gegen Ändern und Löschen gesperrt sind. Eine solche Kopie heißt Immutable Backup.
Das Cloud-Backup ist ein Teil unserer Datensicherung für Unternehmen. Postfächer und Dateien aus Microsoft 365 sichern wir über ein eigenes Backup für Microsoft 365. Welche Daten in die Cloud gehören und welche Leitung dafür nötig ist, ist Thema einer kostenlosen Erstberatung.
Unser Vorgehen
Zuerst rechnen wir. Wie groß ist der Datenbestand, wie viel ändert sich täglich, und wie viel Upload liefert die Leitung nachts tatsächlich? Reicht er nicht, lohnt ein Blick auf die Internetanbindung für Unternehmen. Daraus ergibt sich, ob die erste Vollsicherung über die Leitung in einigen Nächten durchläuft oder in Etappen erfolgen muss. Ebenso wichtig ist der Rückweg: Eine große Datenmenge über das Internet zurückzuholen, dauert länger als der Upload einer Nacht.
Dann legen wir fest, welche Systeme in die Cloud gesichert werden, wie lange die Stände dort bleiben und wo der Schlüssel liegt. Der Schlüssel gehört nicht nur auf den Server, der verschlüsselt. Fällt dieser aus, wäre auch die Kopie wertlos. Wir empfehlen deshalb, ihn zusätzlich an einem getrennten, geschützten Ort zu hinterlegen, und dokumentieren, wer im Notfall darauf zugreifen darf.
Nach der Einrichtung holen wir Testdaten aus dem Rechenzentrum zurück und prüfen, ob sie vollständig und lesbar sind. Im laufenden Betrieb erscheint das Cloud-Backup im täglichen Statusbericht, und die Proben wiederholen wir nach Plan.
Kurz gesagt
Die Cloud-Kopie liegt verschlüsselt außer Haus und hat eigene Zugänge.
Typische Probleme
Ein Cloud-Backup läuft im Alltag unauffällig. Ob es taugt, zeigt sich erst, wenn Daten zurückmüssen. Die folgenden Schwachstellen lassen sich bei der Planung vermeiden.
Die nächtliche Übertragung ist morgens noch nicht fertig, die nächste beginnt schon. Am Ende fehlen ganze Tage in der Kopie.
Der Schlüssel liegt ausschließlich auf dem gesicherten Server. Nach einem Totalausfall lassen sich die Daten im Rechenzentrum nicht mehr entschlüsseln.
Wer ein Administratorkonto des Unternehmens erbeutet, kommt damit auch an die Cloud-Kopie und kann sie löschen.
Niemand weiß, wie lange es dauert, mehrere Hundert Gigabyte über die Leitung zurückzuholen, bis es wirklich darauf ankommt.
Ein Angriff wird erst nach Tagen bemerkt, aber die Sicherungsstände reichen nicht so weit zurück.
Geräte im Außendienst oder Homeoffice sind kaum mit dem Server verbunden und fehlen deshalb in der zentralen Sicherung.
Speicherort, Verfügbarkeit und die Rückgabe der Daten bei Vertragsende sind nirgends festgehalten.
Einsatzszenarien
Gebäude
Server und Sicherungsplatte stehen im selben Gebäude. Ein Wasserschaden im Keller würde beides zugleich treffen.
Außendienst
Vertrieb und Service arbeiten mit Notebooks beim Kunden. Angebote und Protokolle entstehen dort, wo kein Firmennetz ist.
Notbetrieb
Die Hardware ist defekt, das Ersatzgerät kommt erst in einigen Tagen. Die Arbeit soll trotzdem weitergehen.
Ablauf
Wir klären, welche Daten heute wo gesichert werden und welche Ausfälle Sie absichern möchten.
Datenmenge, tägliche Änderungen und verfügbarer Upload bestimmen, was in die Cloud geht und wie die erste Übertragung läuft.
Speicherbedarf, Aufbewahrungsdauer, Sperrfrist und Einrichtung stehen einzeln im individuellen Angebot.
Wir übertragen den Grundbestand und holen anschließend Testdaten aus dem Rechenzentrum zurück.
Wir kontrollieren die nächtlichen Übertragungen und beheben Fehler; wächst der Datenbestand, passen wir Speicherplatz und Zeitfenster an.
Wir prüfen Datenmenge, Leitung und vorhandene Sicherung und zeigen Ihnen, wie eine verschlüsselte Kopie im Rechenzentrum dazupasst.
FAQ
Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: +49 2933 922822-0 oder schreiben Sie an info@pronet-systems.de.
Vor allem Daten, deren Verlust Ihren Betrieb lange aufhalten würde: die Dateiablage auf dem Server, Datenbanken von Fachanwendungen und die Einstellungen wichtiger Systeme. Temporäre Dateien, Installationsquellen oder Inhalte, die sich ohne Aufwand neu beschaffen lassen, können außen vor bleiben und sparen Speicherplatz und Leitungskapazität. Die Auswahl leiten wir gemeinsam mit Ihnen aus dem Schutzbedarf der einzelnen Systeme ab.
Das hängt von der Datenmenge und vom Upload Ihrer Internetleitung ab. Wir rechnen beides vorab durch und verteilen die erste Vollsicherung bei Bedarf auf mehrere Nächte, damit der Betrieb tagsüber nicht ausgebremst wird. Danach werden in der Regel nur noch Änderungen übertragen.
Lesbar sind die Daten nur mit dem Schlüssel, der bei der Einrichtung festgelegt wird. Er gehört getrennt vom gesicherten System verwahrt, und wir dokumentieren, wer im Notfall Zugriff hat. Den Kreis dieser Personen bestimmen Sie; wir halten ihn im Notfallplan fest.
Nein, nicht unbedingt, denn nach der ersten Vollsicherung zählt vor allem die Menge der täglichen Änderungen. Wir messen sie und vergleichen sie mit dem Upload, der nachts zur Verfügung steht. Reicht er nicht, vermitteln wir einen Anschluss mit mehr Upload und übernehmen die Einrichtung von Router und Firewall.
Ja, je nach Lösung ist ein solcher Notbetrieb möglich. Er eignet sich eher für einzelne Server mit überschaubarer Datenmenge als für eine ganze Serverlandschaft. Prüfen Sie vorab, ob Fachanwendungen Lizenzen haben, die an bestimmte Hardware gebunden sind; das klären wir bei der Planung mit Ihnen.
Nein, ältere Sicherungsstände bleiben für die vereinbarte Aufbewahrungsdauer erhalten. Eine gelöschte oder überschriebene Datei lässt sich deshalb aus einem früheren Stand zurückholen, solange dieser noch vorhanden ist. Wie weit die Stände zurückreichen sollen, legen wir mit Ihnen fest.
Wie die Daten zurückgegeben und anschließend gelöscht werden, sollte vor dem Start vereinbart sein; diese Punkte besprechen wir mit Ihnen. Wir empfehlen, vor dem Ende eine neue Sicherung an anderer Stelle aufzubauen und erst danach die alten Stände löschen zu lassen. So entsteht beim Wechsel keine Zeit ohne Kopie außer Haus.
Nennen Sie uns die ungefähre Datenmenge, Ihre Internetleitung und wie Sie heute sichern. Damit können wir im Erstgespräch schon abschätzen, wie die Übertragung aussehen kann.