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Glossar

Was ist Verschlüsselung?

Verschlüsselung wandelt Daten mit einem mathematischen Verfahren und einem Schlüssel in eine unlesbare Zeichenfolge um, die sich nur mit dem passenden Schlüssel wieder lesbar machen lässt. Sie schützt Daten auf Datenträgern ebenso wie auf dem Weg durch Netze.

Verschlüsselung einfach erklärt

Aus einem lesbaren Text, dem Klartext, macht ein Verschlüsselungsverfahren einen Geheimtext. Das Verfahren selbst ist in der Regel öffentlich bekannt und von Fachleuten weltweit geprüft. Geheim bleibt nur der Schlüssel, eine lange Zufallszahl. Ohne ihn bleibt selbst eine vollständig kopierte Datei unlesbarer Zeichensalat.

Daraus folgt ein zentraler Grundsatz: Bei einem anerkannten Verfahren hängt die Sicherheit vor allem davon ab, wie gut der Schlüssel geschützt und wie zuverlässig er wiederauffindbar ist. Ein Schlüssel auf einem Zettel am Gerät hebt den Schutz auf, ein verlorener Schlüssel macht die eigenen Daten unbrauchbar.

Symmetrisch und asymmetrisch

Es gibt zwei Grundformen, die im Alltag oft zusammenarbeiten:

  • Symmetrische Verfahren nutzen denselben Schlüssel zum Ver- und Entschlüsseln. Sie sind schnell und eignen sich für große Datenmengen, etwa ganze Festplatten oder Sicherungen. Ein bekanntes Beispiel ist das Verfahren AES.
  • Asymmetrische Verfahren arbeiten mit einem Schlüsselpaar: Mit dem öffentlichen Schlüssel kann jede Person etwas verschlüsseln, öffnen lässt es sich nur mit dem zugehörigen privaten Schlüssel. Damit lässt sich ein gemeinsamer Schlüssel vereinbaren, ohne ihn vorher austauschen zu müssen. Auf demselben Prinzip beruhen digitale Signaturen.

Welche Verfahren und Schlüssellängen als zeitgemäß gelten, legt die Technische Richtlinie TR-02102 des BSI dar: „Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen“, Fassung 2026-01 (Stand: Oktober 2026).

Nicht zu verwechseln ist Verschlüsselung mit dem sogenannten Hashen. Ein Hash ist ein digitaler Fingerabdruck, der sich nicht zurückrechnen lässt. Gut gebaute Systeme speichern Passwörter deshalb als Hash und nicht verschlüsselt.

Wo Verschlüsselung im Unternehmen wirkt

Grob lassen sich drei Einsatzbereiche unterscheiden:

Gespeicherte Daten: Eine Festplattenverschlüsselung schützt Notebooks und PCs, wenn das Gerät verloren geht oder gestohlen wird. Auch Datensicherungen, USB-Sticks und besonders vertrauliche Ordner lassen sich verschlüsseln. Für mobile Geräte setzt eine zentrale Geräteverwaltung wie das Mobile Device Management die Verschlüsselung als Vorgabe durch und meldet, wo sie fehlt.

Daten unterwegs: Beim Aufruf einer Website mit „https“ sorgt das Protokoll TLS dafür, dass Dritte unterwegs nur Geheimtext statt der übertragenen Inhalte zu sehen bekommen. Das Schloss im Browser bestätigt allerdings nur die verschlüsselte Verbindung, nicht die Seriosität der Seite. Ein VPN bildet einen verschlüsselten Tunnel zwischen Homeoffice und Firmennetz.

Ende-zu-Ende: Hier wird der Inhalt schon auf dem Gerät der absendenden Person so verschlüsselt, dass ihn erst die Empfangsseite öffnen kann. Selbst die Server dazwischen sehen nur den Geheimtext. Bei E-Mails leisten das Standards wie S/MIME oder OpenPGP, die auf beiden Seiten eingerichtet sein müssen.

Auch Zugangsdaten profitieren davon: Ein Passwort-Manager legt sie in einem verschlüsselten Tresor ab.

Konstruktionszeichnungen auf dem Weg zum Zulieferer

Angenommen, ein Konstruktionsbüro für Sondermaschinen mit 20 Mitarbeitenden schickt Zeichnungen eines neuen Kundenprojekts per E-Mail an einen Zulieferer. Die Mailserver beider Seiten übertragen die Nachricht verschlüsselt, das Team hält die Daten deshalb für geschützt. Tatsächlich liegt der Anhang danach unverschlüsselt in mehreren Postfächern und Weiterleitungen, auch beim Zulieferer.

Nach einer Rückfrage des Endkunden zur Vertraulichkeit ändert das Büro den Ablauf. Sensible Zeichnungen gehen nicht mehr als Anhang hinaus. Der Zulieferer erhält stattdessen Zugriff auf einen freigegebenen Projektordner mit persönlicher Anmeldung und zweitem Faktor; die Zugriffe darauf lassen sich nachvollziehen. Mit dem wichtigsten Partner vereinbart das Büro zusätzlich Ende-zu-Ende-verschlüsselte E-Mails per S/MIME. So unterscheidet das Team zwischen Transportverschlüsselung und dem Schutz des Inhalts selbst.

Verschlüsselung und Datenschutz

Die DSGVO nennt die Verschlüsselung personenbezogener Daten in Art. 32 Abs. 1 lit. a ausdrücklich unter den technischen und organisatorischen Maßnahmen, die je nach Risiko infrage kommen. Wichtig wird das nach einem Verlust: Waren die Daten durch Verschlüsselung für Unbefugte unzugänglich, kann nach Art. 34 Abs. 3 lit. a DSGVO die Benachrichtigung der betroffenen Personen entfallen. Ob weitere Pflichten bestehen, etwa eine Meldung an die Aufsichtsbehörde, ist im Einzelfall zu prüfen. Das ist keine Rechtsberatung.

Wie ProNet unterstützt

Für Notebooks und PCs übernehmen wir die Verschlüsselung der Laufwerke, richten für besonders vertrauliche Unterlagen geschützte Bereiche ein und legen die Wiederherstellungsschlüssel zentral ab, damit sie im Notfall auffindbar sind. Den Ablauf beschreibt unsere Seite zur Festplattenverschlüsselung. Zusätzliche Kopien Ihrer Daten sichern wir verschlüsselt im Rechenzentrum, mehr dazu beim Cloud-Backup für Unternehmen.

Wo liegen bei Ihnen Daten noch unverschlüsselt?

Wir prüfen mit Ihnen, welche Notebooks, Datenträger und Sicherungen noch ungeschützt sind, und klären, wie die Schlüssel geschützt und trotzdem auffindbar verwahrt werden.

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