Backup einfach erklärt
Ein Backup funktioniert wie ein zweites Exemplar eines wichtigen Ordners, das an anderer Stelle im Schrank steht. Geht das Original verloren, greifen Sie auf den gesicherten Stand zurück. Den Vorgang des Kopierens nennt man Sicherung, den Rückweg Wiederherstellung oder Restore. Der IT-Grundschutz-Baustein CON.3 des BSI zählt beides zu einem vollständigen Datensicherungskonzept: das Anfertigen der Sicherung ebenso wie das Zurückspielen auf das Ursprungssystem.
Von einer schnell angelegten Kopie unterscheidet sich ein Backup in drei Punkten. Erstens entsteht es automatisch nach einem festen Plan. Zweitens hält es mehrere ältere Stände vor, damit sich auch ein Fehler von letzter Woche noch rückgängig machen lässt. Drittens liegt es getrennt vom Original, mindestens auf einem anderen Gerät.
Gesichert wird alles, dessen Neuaufbau Zeit oder Geld kosten würde. Neben der Dateiablage sind das die Datenbanken von Fachanwendungen, Mails und Dateien, die in Microsoft 365 liegen, und die Einstellungen von Servern, der Firewall oder einer Telefonanlage.
Vollsicherung, inkrementelle und differenzielle Sicherung
Sicherungsprogramme arbeiten mit drei Grundverfahren:
- Vollsicherung: Alle ausgewählten Daten werden komplett kopiert. Das Zurückspielen ist einfach, der Lauf dauert aber am längsten und belegt den meisten Speicher.
- Inkrementelle Sicherung: Kopiert wird nur, was sich seit dem letzten Lauf geändert hat. Das geht schnell. Für eine Rücksicherung braucht man allerdings die letzte Vollsicherung und alle Zwischenstände danach.
- Differenzielle Sicherung: Kopiert wird alles, was sich seit der letzten Vollsicherung geändert hat. Die Läufe werden von Tag zu Tag größer, zurückgespielt werden aber nur zwei Stände.
Die Verfahren lassen sich kombinieren, zum Beispiel mit einer Vollsicherung am Wochenende und kleineren Läufen an den Werktagen. Wie lange die einzelnen Stände erhalten bleiben, legt die Aufbewahrungsdauer fest. Nach dem Generationenprinzip, auch „Großvater-Vater-Sohn“ genannt, werden Tagesstände nach einiger Zeit überschrieben, während Wochen- und Monatsstände länger erhalten bleiben.
Was kein Backup ist
Manche Technik sieht nach Datensicherung aus, erfüllt den Zweck aber nur teilweise:
- Gespiegelte Festplatten: Ein RAID fängt den Ausfall einer einzelnen Platte ab. Weil alle Platten gleichzeitig geändert werden, ist eine gelöschte oder verschlüsselte Datei aber im ganzen Verbund betroffen. Auch das BSI wertet eine solche Spiegelung deshalb nicht als Datensicherung.
- Synchronisierte Cloud-Ordner: Die Synchronisation gleicht Änderungen zwischen Geräten ab, also auch das versehentliche Löschen.
- Schattenkopien und Snapshots auf demselben Speicher: Sie helfen bei einer gelöschten Datei, fallen aber zusammen mit dem Speicher aus.
- Archive: Eine E-Mail-Archivierung hält einzelne Nachrichten über Jahre auffindbar. Ein Backup soll dagegen den Betrieb nach einem Ausfall wieder ermöglichen. Aufbewahrungsfristen erfüllt es deshalb nicht von selbst; was für E-Mails gilt, erklärt unser Ratgeber zur Aufbewahrungspflicht für E-Mails.
Wo Sicherungen liegen sollten
Stehen Server und Sicherungsspeicher im selben Raum, treffen Brand, Wasser oder Einbruch beide zugleich. Als Maßstab für die Verteilung dient die 3-2-1-Regel. Für das auswärtige Exemplar eignet sich etwa ein verschlüsseltes Cloud-Backup für Unternehmen. Weil Ransomware auch Sicherungen angreift, sollte mindestens ein Stand mit Sperrfrist dazukommen, ein sogenanntes Immutable Backup. Wie nach einem großen Ausfall alles in der richtigen Reihenfolge zurückkommt, regelt die Disaster Recovery.
Grüner Statusbericht, unbrauchbare Datenbank
Angenommen, ein Kfz-Meisterbetrieb sichert seinen Server jede Nacht auf ein Speichergerät im Büro. Der Bericht meldet über Monate fehlerfreie Läufe. Was niemand bemerkt hat: Die Datenbank der Werkstattsoftware mit Aufträgen und Fahrzeughistorie läuft während der Sicherung weiter, und das Programm kopiert ihre Dateien mitten im Schreibvorgang.
Nach einem Plattendefekt wird der Server zurückgesichert. Die Dateiablage ist da, doch die Werkstattsoftware startet mit einer beschädigten Datenbank. Eine Probe, bei der auch die Anwendung gestartet wird, hätte den Fehler vermutlich Monate früher aufgedeckt. Datenbanken brauchen ein Verfahren, das sie während der Sicherung in einen stimmigen Zustand versetzt, etwa über eine Schnittstelle der Anwendung oder einen Export unmittelbar vor dem Lauf. Als funktionierend sollte eine Sicherung deshalb erst gelten, wenn sich die Anwendung aus ihr starten lässt.
Wie ProNet unterstützt
Wir planen Ihre Sicherung nach Datenmenge, Speicherorten und den Zeiten, die ein Ausfall höchstens dauern darf. Danach betreiben wir sie als Managed Backup, also als einen unserer Managed Services. Angestrebt ist ein nächtlicher automatischer Lauf, über dessen Ergebnis morgens ein Statusbericht informiert. Rücksicherungen proben wir nach Plan. Wie Planung, Betrieb und Proben zusammenspielen, beschreibt unsere Seite zur Datensicherung für Unternehmen.