Büro-PC als Server
Ein ausgedienter Arbeitsplatzrechner übernimmt die Dateiablage – ohne Fehlerkorrektur, ohne zweites Netzteil und ohne Hersteller, der ihn für den Dauerbetrieb vorsieht.
Server & Infrastruktur
Ein Server für kleine Unternehmen muss nicht groß sein, aber er muss zu Ihren Anwendungen passen, Ausfälle einzelner Bauteile verkraften und im Defektfall schnell repariert werden können. Wir ermitteln den Bedarf, wählen die Hardware herstellerunabhängig aus, richten sie ein und empfehlen einen Herstellerservice, der zu Ihrem Betrieb passt.
Überblick
Ein Server unterscheidet sich von einem Büro-PC weniger durch den Prozessor als durch seine Ausstattung für den Dauerbetrieb. Arbeitsspeicher mit Fehlerkorrektur erkennt und behebt einzelne Bitfehler, bevor sie Daten verfälschen. Doppelte Netzteile und mehrere Lüfter halten den Betrieb aufrecht, wenn eines dieser Teile ausfällt. Festplatten in Wechselrahmen lassen sich bei passender Laufwerkskonfiguration im laufenden Betrieb tauschen, und Sensoren melden Temperatur, Lüfterdrehzahl und den Zustand der Laufwerke an die Überwachung.
Die Laufwerke fasst ein Controller zu einem RAID zusammen. Bei RAID-Stufen mit Redundanz bleiben die Daten verfügbar, wenn eine Festplatte ausfällt. Eine Fernverwaltungsschnittstelle erlaubt es, den Server auch dann zu bedienen, wenn das Betriebssystem nicht mehr startet. Diese Schnittstelle ist bequem, braucht aber eigene Zugangsdaten und aktuelle Firmware, weil sie vollen Zugriff auf das Gerät gewährt.
Beim Dimensionieren zählen die Anwendungen, nicht die Zahl der Arbeitsplätze allein. Eine Datenbank für die Branchensoftware braucht schnellen Speicher und viel Arbeitsspeicher, eine Dateiablage vor allem Kapazität. Laufen mehrere Server per Servervirtualisierung auf einem Gerät, planen wir die Ausstattung für alle zusammen.
Bevor Sie in eigene Hardware investieren, lohnt sich die Frage, ob ein Teil der Dienste in ein Rechenzentrum passt. Im Vergleich Cloud vs. eigener Server stehen beide Wege nach Kriterien nebeneinander, und ob Kauf oder Leasing für Sie günstiger ist, zeigt der Vergleich IT-Leasing vs. Kauf. Die übrigen Bausteine Ihrer Infrastruktur finden Sie bei der Server-Betreuung für KMU; einen ersten Überblick über Ihren Bedarf verschaffen wir uns gemeinsam in der kostenlosen Erstberatung.
Unser Vorgehen
Am Anfang steht eine Anforderungsliste, wie sie auch das BSI vor der Beschaffung von Servern empfiehlt (Baustein SYS.1.1). Sie beantwortet Fragen wie diese: Welche Dienste soll der Server tragen, und wie viel Speicher brauchen sie heute und in fünf Jahren? Welche Schnittstellen sind nötig, und wo wird er stehen? Auch Wärmeentwicklung, Platzbedarf und Bauform gehören dazu. Laufen bereits Server, messen wir deren Auslastung, statt sie zu schätzen.
Mit dieser Liste vergleichen wir passende Geräte verschiedener Hersteller und stellen Ihnen die Unterschiede vor: Ausstattung, Erweiterbarkeit, Laufzeit und Umfang des Herstellerservices. Sie entscheiden, wir beschaffen die Hardware über unsere Hardware-Beschaffung. Vor der Inbetriebnahme aktualisieren wir die Firmware, richten das RAID ein, sichern die Fernverwaltung mit eigenen Zugangsdaten ab und schließen den Server an die USV für Server an.
Danach melden die Sensoren des Servers Temperatur, Lüfter, Netzteile und drohende Festplattenausfälle an unser IT-Monitoring. Fällt ein Bauteil aus, stimmen wir den Austausch je nach vereinbarter Betreuung mit dem Herstellerservice ab und tragen den Vorgang in die Dokumentation ein. Wird ein Server nach Jahren ausgemustert, ziehen wir Dienste und Daten auf das Nachfolgesystem um. Die alten Datenträger lassen sich auf Wunsch per zertifizierter Datenlöschung mit Löschnachweis bereinigen.
Kurz gesagt
Redundanz im Gehäuse – und Service, wenn doch etwas ausfällt
Typische Probleme
Ein ausgedienter Arbeitsplatzrechner übernimmt die Dateiablage – ohne Fehlerkorrektur, ohne zweites Netzteil und ohne Hersteller, der ihn für den Dauerbetrieb vorsieht.
Der Server reicht für den heutigen Tag, aber nicht für das nächste Update der Branchensoftware. Nach kurzer Zeit muss nachgerüstet werden.
Niemand hat das Ende der Servicelaufzeit notiert. Im Defektfall gibt es keine vereinbarten Ersatzteile mehr.
Das Gerät steht zwischen Kartons ohne Lüftung. Hitze verkürzt die Lebensdauer von Festplatten und Netzteilen.
Ein einzelnes Bauteil oder Kabel genügt, um alle Dienste auf einmal lahmzulegen.
Die Schnittstelle zur Fernsteuerung ist mit dem Standardkennwort im Büronetz erreichbar.
Bekannte Fehler in Controller oder Fernverwaltung bleiben bestehen, weil Firmware-Updates in keinem Wartungsplan vorkommen.
Einsatzszenarien
Die Gründe für neue Server-Hardware sind unterschiedlich – entsprechend unterschiedlich sieht die Planung aus.
Einstieg
Bisher liegen die Daten auf einem Netzwerkspeicher und einem Arbeitsplatzrechner, doch mit der neuen Branchensoftware braucht das Büro einen echten Server.
Erneuerung
Der Herstellerservice des bisherigen Geräts läuft aus, und Ersatzteile werden schwerer zu bekommen.
Redundanz
Ein mehrstündiger Ausfall wäre für den Betrieb nicht mehr tragbar, deshalb soll ein zweiter Server einspringen können. Die passenden Bauformen mit gemeinsamem Speicher stehen unter Storage-Lösungen für Unternehmen.
Ablauf
Wir besprechen, welche Anwendungen der Server tragen soll und welche Probleme Sie mit der heutigen Lösung haben.
Vorhandene Geräte, der geplante Standort, die Stromversorgung und die Netzwerkanbindung werden vor Ort begutachtet.
Aus Ihren Anforderungen entsteht eine Liste, mit der wir passende Geräte vergleichen.
Es enthält Hardware, Herstellerservice, Einrichtung und auf Wunsch die Übernahme der Daten vom alten System.
Wir bauen den Server ein, richten ihn ein, binden ihn in Überwachung und Datensicherung ein und dokumentieren die Konfiguration.
Wir ermitteln Ihren Bedarf und vergleichen passende Geräte herstellerunabhängig. Für Hardware, Service und Einrichtung erhalten Sie dann ein individuelles Angebot.
FAQ
Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: +49 2933 922822-0 oder schreiben Sie an info@pronet-systems.de.
Ja, denn Microsoft lizenziert Windows Server nach Prozessorkernen (Stand: Oktober 2026). Ein Gerät mit deutlich mehr Kernen, als Ihre Anwendungen brauchen, kann deshalb die Lizenzkosten erhöhen, ohne spürbaren Nutzen zu bringen. Wir wählen Prozessor und Kernzahl so, dass Leistung und Lizenzierung zusammenpassen. Welche Zugriffslizenzen zusätzlich anfallen, steht bei der Windows Server Betreuung.
Nein, bei einem oder sehr wenigen Servern genügen nach dem BSI oft die Anforderungen an einen separaten Technikraum statt an einen Serverraum. Fehlt ein geeigneter Raum, kommt ein eigens dafür ausgerüsteter Schrank infrage (Baustein INF.5). Wichtig ist, dass der Platz gegen unbefugten Zutritt geschützt ist, nicht zugleich als Lager dient und Temperatur sowie Luftfeuchte innerhalb der Werte aus dem Datenblatt der Geräte bleiben. Wir sehen uns den geplanten Aufstellort vor der Bestellung an.
Steht kein Serverschrank zur Verfügung, ist ein Tower-Server die einfache Lösung, weil er wie ein großer PC auf dem Boden steht. Gibt es einen Netzwerkschrank oder soll später einer kommen, passt ein Gerät für den Einbau in den Schrank besser, zusammen mit USV und Switches. Auf die Lautstärke achten wir bei beiden Bauformen, falls der Server in der Nähe von Arbeitsplätzen steht.
Ja, sofern das Gerät dafür Platz bietet. Wie viele Speichersteckplätze und Laufwerksschächte frei bleiben sollen, legen wir deshalb schon bei der Auswahl fest. Zusätzliche Festplatten lassen sich je nach Controller in einen bestehenden RAID-Verbund aufnehmen oder als eigener Verbund einrichten. Wir empfehlen Teile, die der Hersteller für das jeweilige Modell freigibt; ob andere Teile den Herstellerservice berühren, regeln dessen Bedingungen.
Ja, für Server, auf die Ihr Betrieb täglich angewiesen ist, empfehlen wir ihn. Der Service regelt, wie Ersatzteile und Techniker des Herstellers im Defektfall zu Ihnen kommen; Umfang und Laufzeit unterscheiden sich je nach Hersteller und Vertrag. Das BSI nennt Wartungsverträge mit den Lieferanten als Maßnahme für Server mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen (Baustein SYS.1.1). Wir stellen Ihnen die Optionen vor, Sie entscheiden über den passenden Umfang.
Ja, ein vorhandenes NAS kann weiter eine Aufgabe übernehmen, etwa als Ablage für abgeschlossene Projekte oder als zusätzliches Sicherungsziel. Vorher klären wir, ob der Hersteller das Gerät noch mit Updates versorgt, ob Kapazität und Anbindung zum neuen Server passen und wer darauf zugreifen darf. Als alleinige Sicherung reicht es nicht; wie viele Kopien an welchen Orten sinnvoll sind, erklärt die 3-2-1-Regel.
Welche Anwendungen soll Ihr Server tragen, und wie alt ist das heutige Gerät? Zwei, drei Sätze dazu reichen. Daraufhin melden wir uns bei Ihnen, klären offene Fragen und stellen Ihr individuelles Angebot zusammen.