Zu langsame Senderichtung
Die Leitung reicht zum Surfen, aber nicht, wenn zwanzig Personen gleichzeitig Dateien auf dem Server speichern. Das Ergebnis sind Wartezeiten beim Öffnen und Sichern.
Server & Infrastruktur
Ein Server in der Cloud ist eine virtuelle Maschine beim Betreiber eines Rechenzentrums statt eines Geräts im eigenen Technikraum, und Ihr Team arbeitet über die Internetleitung damit. Wir klären mit Ihnen, welche Betriebsvariante zu Ihren Anwendungen passt, ziehen bestehende Server um und verbinden sie auf Wunsch mit den Systemen, die an Ihrem Standort bleiben.
Überblick
Wer einen Server in der Cloud nutzt, mietet Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Speicherplatz bei einem Rechenzentrumsbetreiber und richtet darauf Betriebssystem und Anwendungen ein. Fachlich nennt man dieses Modell Infrastructure as a Service (IaaS), eine Spielart des Cloud Computing. Gebäude, Hardware, Strom und Kühlung stellt der Betreiber. Was auf dem virtuellen Server geschieht, bleibt Aufgabe Ihres Unternehmens oder Ihres IT-Dienstleisters.
Grundsätzlich gibt es drei Betriebsvarianten. Bei der gemieteten virtuellen Maschine in Eigenregie liegen Updates, Sicherung und Absicherung bei Ihnen bzw. bei uns als Dienstleister, so als stünde der Server noch im Haus. Beim verwalteten Server, auch Managed Server genannt, übernimmt der Betreiber zusätzlich vertraglich festgelegte Aufgaben, etwa eine redundant ausgelegte Plattform, einen Grundschutz im Netzwerk oder eine Sicherung. Die dritte Variante ist die hybride: Einige Server ziehen ins Rechenzentrum, andere bleiben vor Ort, und beide Seiten arbeiten mit denselben Benutzerkonten. Diese Mischform heißt Hybrid Cloud.
Mit dem Rechenzentrum ändert sich auch der Ort, an dem Ihre Daten liegen. Verarbeitet der Betreiber personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, verlangt die DSGVO in Art. 28 einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Liegen Daten außerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums, kommen die Regeln aus Kapitel V der DSGVO für Übermittlungen in Drittländer hinzu. Das BSI rät im IT-Grundschutz-Baustein OPS.2.2 Cloud-Nutzung dazu, den Standort der Leistungserbringung vertraglich zu regeln. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.
Weil alle Zugriffe über die Internetleitung laufen, wird sie zum wichtigsten Bauteil. Für einen Cloud-Server zählt die Geschwindigkeit in Senderichtung genauso wie die beim Empfang, denn gespeicherte Dateien wandern vom Büro ins Rechenzentrum. Passende Anschlüsse vermitteln wir; die Details stehen auf der Seite zur Internetanbindung für Unternehmen.
Ob der Umzug für Ihre Server sinnvoll ist, hängt vom Alter der Hardware, von den Datenmengen und von Ihren Anwendungen ab. Eine Gegenüberstellung nach Kriterien bietet der Vergleich Cloud vs. eigener Server. Wer die Plattform von Microsoft bevorzugt, findet die Einzelheiten unter Microsoft Azure für Unternehmen. Wie Cloud-Server mit Hardware, Virtualisierung und Stromversorgung im Haus zusammenspielen, zeigt unsere Übersicht zur Server-Betreuung für KMU. Ihre konkrete Ausgangslage sehen wir uns in einer kostenlosen Erstberatung an.
Unser Vorgehen
Am Anfang steht eine Liste aller Server und ihrer Aufgaben: Anmeldung und Benutzerverwaltung im Active Directory, Dateiablage, Datenbanken und Fachanwendungen. Wir ermitteln, wie viele Daten täglich bewegt werden, welche Programme auf Geräte im Büro angewiesen sind und ob die Bedingungen der jeweiligen Softwarelizenz einen Betrieb im Rechenzentrum zulassen. Manche Lizenzen sind an bestimmte Hardware gebunden; das klären wir, bevor ein Vertrag mit dem Rechenzentrum unterschrieben ist.
Danach richten wir die Zielumgebung ein. Zwischen Büro und Rechenzentrum entsteht eine verschlüsselte Verbindung per VPN, die Zugriffe regelt eine Firewall. Eine Kopie des ersten Servers läuft zunächst parallel, und Ihre Mitarbeitenden prüfen mit echten Arbeitsabläufen, ob alles flüssig funktioniert. Erst nach diesem Testlauf schalten wir in einem abgestimmten Zeitfenster um und gleichen die letzten Änderungen ab.
Im laufenden Betrieb spielen wir Updates im Rahmen unseres Patch-Managements ein, sichern die Server per Backup und lassen Auslastung, Dienste und Speicherplatz von unserem IT-Monitoring überwachen. Schriftlich festgehalten wird außerdem, welche Aufgaben beim Rechenzentrum, bei uns und bei Ihnen liegen.
Kurz gesagt
Zwischen Büro und Rechenzentrum verläuft eine verschlüsselte Verbindung.
Typische Probleme
Die Leitung reicht zum Surfen, aber nicht, wenn zwanzig Personen gleichzeitig Dateien auf dem Server speichern. Das Ergebnis sind Wartezeiten beim Öffnen und Sichern.
Manches günstige Angebot umfasst nur die virtuelle Maschine. Sicherung, Firewall und Updates fehlen und fallen erst bei einer Störung auf.
Rechenzentrum, Dienstleister und Unternehmen verlassen sich gegenseitig auf Updates oder Sicherungen, die dann niemand einrichtet.
Die Lizenz hängt an einem Gerät im Büro oder der Softwareanbieter unterstützt den Betrieb im Rechenzentrum nicht.
Damit es schnell geht, wird die Fernanmeldung direkt aus dem Internet erreichbar gemacht, geschützt nur durch ein Passwort. Solche Zugänge gehören hinter ein VPN und eine Multi-Faktor-Authentifizierung.
Daten lassen sich nur mühsam zurückholen, und Regeln für die Kündigung fehlen im Vertrag.
Ein Programm im Büro spricht den Server weiter unter seiner alten Adresse an, oder eine Schnittstelle zur Telefonanlage bricht nach dem Umzug ab. Solche Verbindungen gehören vor der Umschaltung auf die Liste.
Einsatzszenarien
Die folgenden Ausgangslagen sind erfunden, zeigen aber, wie unterschiedlich ein Server in der Cloud eingesetzt werden kann.
Ablösung
Angenommen, der einzige Server eines Handwerksbetriebs muss ersetzt werden. Statt neue Hardware zu kaufen, zieht er als virtuelle Maschine ins Rechenzentrum, und die Bauleitung greift von unterwegs zu.
Hybrid
Ein Unternehmen eröffnet eine Niederlassung. Die gemeinsame Anwendung läuft künftig im Rechenzentrum, beide Büros sind gleich angebunden, große Arbeitsdateien bleiben an ihrem Ort.
Abschottung
Ein Planungsbüro arbeitet mit freien Kräften, die nur eine einzige Projektanwendung nutzen sollen. Diese Anwendung läuft auf einem eigenen Server im Rechenzentrum, getrennt vom Büronetz, sodass externe Konten die internen Systeme nicht erreichen.
Ablauf
Im Mittelpunkt stehen Ihre Server, die wichtigsten Anwendungen und der Anlass, etwa ablaufende Hardware oder ein neuer Standort.
Wir messen Datenmengen und Leitungsauslastung und prüfen die Lizenzbedingungen Ihrer Fachanwendungen.
Variante, Anforderungen an das Rechenzentrum, Zuständigkeiten und Aufwand stehen anschließend in Ihrem individuellen Angebot.
Eine Kopie läuft parallel, Ihr Team testet, dann folgt die Umschaltung im abgestimmten Zeitfenster.
Updates, Sicherung und Überwachung übernehmen wir im vereinbarten Umfang.
Für Ihre Server, Anwendungen und Internetleitung stellen wir Eigenregie, verwalteten Server und Hybridbetrieb nebeneinander.
FAQ
Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: +49 2933 922822-0 oder schreiben Sie an info@pronet-systems.de.
Ein Managed Server lohnt sich, wenn Sie Aufgaben wie Sicherung oder Netzwerkschutz vertraglich beim Betreiber haben möchten und dessen Leistungsbeschreibung genau dazu passt. Entscheidend ist die Liste der übernommenen Aufgaben: Was dort nicht steht, müssen Sie selbst oder Ihr IT-Dienstleister übernehmen. Betreuen wir den Server ohnehin, kann eine einfache virtuelle Maschine genügen; dann vermeiden Sie, dass Aufgaben doppelt bezahlt werden. Wir legen beide Varianten mit der Aufgabenverteilung nebeneinander, bevor Sie sich entscheiden.
Das hängt davon ab, was der Vertrag mit dem Betreiber regelt und wie Ihre Sicherung aufgestellt ist. Ob die Plattform redundant ausgelegt ist und welche Verfügbarkeit der Betreiber zusagt, steht in seinem Service Level Agreement; diese Angaben prüfen wir mit Ihnen vor der Auswahl. Für einen längeren Ausfall empfehlen wir eine Sicherung bei einem zweiten Anbieter oder an Ihrem Standort. Ein schriftlicher Plan zur Disaster Recovery legt fest, welche Server wo zuerst wieder anlaufen.
Ja, der Standort ist eines der Kriterien, nach denen wir Angebote mit Ihnen vergleichen. Er sollte im Vertrag festgehalten sein, ebenso wie die Frage, welche Unterauftragnehmer beteiligt sind. Welche Vorgaben sich aus dem Datenschutz ergeben, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ansprechperson für Datenschutzfragen.
Nein, ein längerer Stillstand ist dafür nicht vorgesehen, weil die Daten vorab kopiert und abgeglichen werden. Für die eigentliche Umschaltung genügt dann ein kurzes Zeitfenster. Diesen Termin legen wir mit Ihnen so, dass er Ihr Tagesgeschäft möglichst wenig berührt.
Ja, das ist möglich: Je nach Anbieter lässt sich die virtuelle Maschine exportieren, sonst ziehen Daten und Anwendungen auf einen neu eingerichteten Server im Haus um. Damit das ohne Hürden klappt, sollte der Vertrag regeln, in welchem Format Sie Ihre Daten erhalten und wie das Vertragsverhältnis geordnet endet. Diese Punkte nehmen wir schon bei der Auswahl des Anbieters in die Anforderungen auf.
Erwähnen Sie kurz, welche Server Sie betreiben und was der Anlass für Ihre Überlegungen ist. So können wir uns auf das erste Gespräch einstellen, auf das Ihr individuelles Angebot folgt.