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Glossar

Was ist Disaster Recovery?

Disaster Recovery bezeichnet Pläne und Vorbereitungen, mit denen sich die IT nach einem schwerwiegenden Ausfall wie Brand, Wasserschaden, Serverdefekt oder Cyberangriff wiederherstellen lässt. Festgelegt wird vor allem, welche Systeme in welcher Reihenfolge zurückkommen und wer dafür zuständig ist.

Disaster Recovery einfach erklärt

Wörtlich bedeutet Disaster Recovery „Wiederherstellung nach einer Katastrophe“. Gemeint sind Ereignisse, nach denen nicht nur eine Datei fehlt, sondern ganze Systeme oder ein Serverraum. Für diesen Fall braucht es mehr als Sicherungskopien. Das Backup liefert das Material, die Disaster Recovery den Bauplan: welche Systeme zuerst laufen müssen, woher Ersatzhardware kommt, wo Zugangsdaten liegen und wer Entscheidungen trifft.

Das US-amerikanische Standardisierungsinstitut NIST beschreibt einen Disaster-Recovery-Plan als schriftlichen Plan, um Informationssysteme nach einem schweren Hardware- oder Softwareausfall oder der Zerstörung von Räumlichkeiten an einem Ausweichstandort wiederherzustellen. Entscheidend ist das Wort „schriftlich“. Ein Plan, den nur eine Person im Kopf hat, fällt aus, sobald diese Person nicht erreichbar ist.

Zwei Begriffe liegen nah daneben. Das Business Continuity Management betrachtet den ganzen Betrieb, also auch Räume, Personal und Lieferanten; das BSI beschreibt den Aufbau im BSI-Standard 200-4. Die Incident Response befasst sich mit der Bewältigung eines Sicherheitsvorfalls, etwa mit Analyse und Eindämmung. Die Disaster Recovery ist der Teil, der die IT wieder zum Laufen bringt.

Was in einen Wiederanlaufplan gehört

Ein brauchbarer Plan nimmt die Antworten vorweg, nach denen im Ernstfall unter Zeitdruck gesucht wird:

  • Systemliste mit Abhängigkeiten: Eine Fachanwendung braucht ihren Datenbankserver, eine funktionierende Anmeldung, etwa über das Active Directory, und eine Netzwerkverbindung. Wer die Abhängigkeiten kennt, startet nichts in der falschen Reihenfolge.
  • Zielwerte je System: Wie lange darf ein System ausfallen, und wie viel Datenverlust ist tragbar? Diese Werte heißen RTO und RPO.
  • Reihenfolge des Wiederanlaufs: Zuerst kommen in der Regel Netzwerk, Internet und Anmeldedienst, danach die Anwendungen, ohne die der Betrieb stillsteht, und erst zum Schluss Bereiche, die einige Tage warten können.
  • Zuständigkeiten und Erreichbarkeit: Wer entscheidet, wer führt aus, wer vertritt wen? Dazu gehören Telefonnummern von Dienstleistern, Versicherern und Lieferanten.
  • Ersatz und Ausweichmöglichkeiten: Gibt es Ersatzhardware, wie lang sind die Lieferzeiten, und lässt sich ein Notbetrieb an einem anderen Ort starten?
  • Zugangsdaten und Schlüssel: Kennwörter und Wiederherstellungsschlüssel müssen auch dann verfügbar sein, wenn die eigene IT ausgefallen ist.
  • Kommunikation: Wer informiert Mitarbeitende, Kunden und Partner, und über welchen Weg?

Ein Hinweis aus dem BSI-Baustein CON.3: Liegen die Informationen zur Wiederherstellung nur digital vor, können sie bei einem Großschaden mit verloren gehen. Eine aktuelle Fassung des Plans auf Papier gehört deshalb an einen Ort außerhalb des Serverraums.

Den Wiederanlaufplan in drei Stufen erproben

Ob ein Plan trägt, zeigt sich erst in der Übung. Für den Einstieg eignen sich drei Stufen: Zuerst wird ein Szenario am Tisch durchgesprochen, Schritt für Schritt und mit allen Beteiligten. Dann wird ein einzelnes System in eine Testumgebung zurückgespielt und die Dauer gemessen. Wer weiter gehen will, startet den Notbetrieb probeweise. Am Ende einer Übung steht eine überarbeitete Fassung des Plans; dasselbe gilt nach größeren Änderungen an der IT.

Sonderfall Cyberangriff

Ein Cyberangriff unterscheidet sich von Brand oder Defekt in einem Punkt: Die Ursache kann noch im Netz stecken. Drei Fragen sind deshalb vor dem Zurückspielen zu klären: Auf welchem Weg kamen die Angreifer ins Netz, welche Konten haben sie übernommen, und seit wann könnten die Sicherungen belastet sein? Ein Stand aus der Zeit nach dem Einbruch kann bereits manipulierte Konten oder Schadprogramme enthalten. Die Klärung ist Aufgabe von Fachleuten für Incident Response. Erst mit ihrem Ergebnis lässt sich der Wiederanlauf nach Plan starten, und zwar mit Ständen, die als unbelastet gelten.

Wasser im Serverraum am Freitagabend

Angenommen, bei einem Cateringbetrieb, der werktags Kantinen und Kitas beliefert, platzt am Freitagabend eine Wasserleitung über dem Serverraum. Am Montag um fünf Uhr muss die Küche wissen, welche Menüs in welcher Menge an wen gehen, sonst kann die Auslieferung nicht pünktlich starten.

Mit einem Wiederanlaufplan beginnt am Samstagmorgen kein Rätselraten. Die Liste nennt die Reihenfolge: zuerst Internetzugang und Firewall über ein Ersatzgerät, dann die Anmeldung. Danach folgt die Bestellsoftware mit den Speiseplänen, die aus der Kopie außer Haus in einem Rechenzentrum gestartet wird. Die Dateiablage mit Rezeptsammlung und Vorlagen folgt in der nächsten Woche.

Die Telefonliste liegt ausgedruckt bei der Betriebsleitung, die Kennwörter in einem versiegelten Umschlag an einem zweiten Ort. Ohne diese Vorarbeit würde das Wochenende mit der Suche nach Zuständigen und Zugangsdaten vergehen.

Wie ProNet unterstützt

Gemeinsam bestimmen wir, welche Systeme nach einem Ausfall in welcher Reihenfolge zurückkommen, und dokumentieren das so, dass es auch ohne funktionierende IT greifbar ist. In Rücksicherungsproben messen wir, ob die angestrebten Zeiten erreichbar sind. Mit einem Cloud-Backup für Unternehmen lässt sich je nach Lösung ein Notbetrieb im Rechenzentrum starten, bis die Systeme im Haus wieder laufen. Nach einem Angriff setzen wir Ihre Systeme in Abstimmung mit den Fachleuten, die den Vorfall analysieren, aus den gesicherten Ständen neu auf, sobald diese den Weg freigegeben haben. Mehr dazu auf unserer Seite zur Datensicherung für Unternehmen.

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Wir erarbeiten mit Ihnen eine Wiederanlauf-Reihenfolge und prüfen in einer Probe, ob die Zeiten zu Ihren Zielwerten passen.

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