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Glossar

Was sind RTO und RPO?

RTO und RPO sind zwei Zielwerte für die Wiederherstellung nach einem Ausfall. Das Recovery Time Objective (RTO) beziffert die längste zulässige Ausfallzeit eines Systems, das Recovery Point Objective (RPO) den ältesten noch akzeptablen Datenstand nach der Wiederherstellung.

RTO und RPO einfach erklärt

Am anschaulichsten wird das Begriffspaar an einem Zeitstrahl, auf dem der Ausfall als Punkt markiert ist. Der Blick nach links fragt: Wie alt ist der letzte brauchbare Datenstand? Diese Spanne begrenzt das RPO. Der Blick nach rechts fragt: Wann arbeiten alle wieder? Diese Spanne begrenzt das RTO.

Das US-amerikanische Standardisierungsinstitut NIST definiert das RPO als den Zeitpunkt, auf den Daten nach einem Ausfall wiederhergestellt werden müssen. Das RTO beschreibt dort, wie lange die Komponenten eines Systems in der Wiederherstellung stecken dürfen, bevor die Geschäftsprozesse Schaden nehmen. Darüber steht eine dritte Größe: die längste Unterbrechung, die ein Geschäftsprozess verkraftet, englisch Maximum Tolerable Downtime. Das RTO eines Systems muss in diese Spanne passen, denn nach dem technischen Neustart können noch Nacharbeiten folgen, etwa das Nachtragen verlorener Eingaben.

Auch das BSI nennt das RPO im Baustein CON.3 als eine der Vorgaben aus der Notfallplanung, die ein Datensicherungskonzept berücksichtigen sollte.

Was die Werte für die Technik bedeuten

Das RPO bestimmt, wie oft gesichert wird. Läuft das Backup jeden Abend um 22 Uhr und fällt der Server am nächsten Tag um 16 Uhr aus, fehlen bis zu 18 Stunden Arbeit. Wer höchstens eine Stunde verlieren will, braucht stündliche Sicherungsstände oder eine laufende Übertragung der Änderungen auf ein zweites System.

Das RTO bestimmt den Rückweg. Eine Rechnung zeigt, warum: Zwei Terabyte über eine Leitung mit 100 Megabit pro Sekunde herunterzuladen, dauert rechnerisch rund 44 Stunden, ohne Pausen und Verluste. Eine Kopie im Haus ist schneller zurückgespielt, eine Kopie in der Cloud schützt dafür vor dem Verlust des Gebäudes. Wie sich beide Speicherorte auf die Zeiten auswirken, zeigt der Vergleich Cloud-Backup vs. lokales Backup. Neben dem Kopieren zählen auch Fehlersuche, Ersatzhardware und das Prüfen der Daten zur Ausfallzeit.

Kürzere Werte kosten mehr: häufigere Läufe, mehr Speicher, schnellere Leitungen oder Ersatzsysteme in Bereitschaft. Deshalb lohnt es sich, die Werte je System festzulegen statt einen einzigen Wert für alles.

So legen Sie RTO und RPO fest

Die Zielwerte sind eine betriebliche Entscheidung, die technische Umsetzung folgt danach. Diese Fragen helfen der Geschäftsführung:

  • Was passiert, wenn das System eine Stunde, einen Tag oder eine Woche ausfällt?
  • Lassen sich verlorene Eingaben nachholen, etwa von Papier oder aus E-Mails?
  • Gibt es Fristen, Lieferzusagen oder Termine, die an diesem System hängen?
  • Welche anderen Systeme müssen laufen, damit dieses System nutzbar ist?

Die Antworten führen zu Gruppen mit ähnlichen Werten. Danach zeigt eine Rücksicherungsprobe, ob die Zeiten erreichbar sind. Weicht die gemessene Dauer ab, wird entweder die Technik angepasst oder der Zielwert neu verhandelt. Beide Werte sind eine Grundlage der Disaster Recovery und bestimmen mit, wie die Kopien nach der 3-2-1-Regel verteilt werden. Wie die Werte in ein Sicherungskonzept einfließen, beschreibt unser Beitrag zur Backup-Strategie für KMU.

Drei Systeme, drei Zielwerte

Angenommen, ein Fachhandel für Reitsportartikel verkauft Sättel, Decken und Pflegemittel auch über einen eigenen Onlineshop. Die Inhaberin geht mit ihrer IT-Betreuung drei Systeme durch.

Im Shop gehen den ganzen Tag Bestellungen ein, die sich nicht aus anderen Quellen rekonstruieren lassen. Für seine Datenbank legt sie ein RPO von 15 Minuten fest; in der Saison soll der Shop nach spätestens vier Stunden wieder erreichbar sein. Die E-Mail läuft über Microsoft 365, Ausfälle der Plattform selbst liegen außerhalb ihres Einflusses. Gelöschte Postfächer sollen aber binnen eines Arbeitstags zurückkommen. Die Dateiablage mit Produktfotos und Größentabellen ändert sich selten: Hier genügt eine nächtliche Sicherung, und eine Woche Wiederherstellungszeit wäre verkraftbar.

Aus diesen Werten folgt der Aufwand. Der Shop braucht häufige Sicherungsstände und einen schnellen Rückweg, die Dateiablage nicht.

Wie ProNet unterstützt

Wir leiten RTO und RPO gemeinsam mit Ihnen aus Ihren Abläufen ab und richten Sicherungsrhythmus und Speicherorte danach aus. In Rücksicherungsproben messen wir die tatsächliche Dauer und halten sie neben den Zielwert. Reicht die Zeit nicht, schlagen wir eine Anpassung vor. Wie wir Ihre Datensicherung planen und betreiben, steht auf der Seite Datensicherung für Unternehmen.

Wie lange darf Ihr wichtigstes System ausfallen?

Wir legen mit Ihnen RTO und RPO je System fest und prüfen, ob Ihre heutige Sicherung diese Werte erreicht.

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