Volle Volumes ohne Vorwarnung
Ein Laufwerk füllt sich über Monate, bis die erste Anwendung nicht mehr schreiben kann und virtuelle Maschinen anhalten.
Server & Infrastruktur
Storage-Lösungen für Unternehmen stellen Servern und Anwendungen zentral Speicherplatz bereit, als NAS, als SAN oder in einem hyperkonvergenten Cluster. Wir ermitteln mit Ihnen Bedarf, Wachstum und Leistung, empfehlen die passende Bauform und planen die Redundanz so, dass ein defektes Bauteil nicht gleich den Betrieb anhält.
Überblick
Eine Speicherlösung besteht aus mindestens einem Speichersystem und dem Netz, über das Server darauf zugreifen; diese Begriffe verwendet auch der Grundschutz-Baustein SYS.1.8 Speicherlösungen des BSI. Ohne ein solches System stecken die Festplatten im jeweiligen Server und stehen nur ihm zur Verfügung. Ein gemeinsam genutzter Speicher kann dagegen mehrere Server zugleich versorgen. Darauf baut auf, wer virtuelle Maschinen zwischen Hosts verschieben oder nach einem Ausfall auf einem anderen Host neu starten möchte.
Für kleine und mittlere Unternehmen kommen drei Bauformen infrage. Ein NAS stellt Speicher als Dateifreigaben im Netzwerk bereit und eignet sich für Ablagen und als Ziel für Sicherungen. Ein SAN liefert Speicher in Form von Blöcken über ein eigenes Speichernetz, etwa per Fibre Channel oder per iSCSI, das in RFC 7143 beschrieben ist. Die Server sehen diesen Speicher wie eine eigene Festplatte, deshalb ist das SAN die klassische Grundlage für Virtualisierungscluster. Bei einer hyperkonvergenten Infrastruktur steckt der Speicher in den Hosts selbst, und eine Software spiegelt die Daten zwischen ihnen.
Hochverfügbarkeit entsteht durch Redundanz auf mehreren Ebenen. Ein RAID fängt, je nach Verfahren, den Ausfall einzelner Festplatten in einem Gerät ab. Doppelte Netzteile, Controller und Netzwerkpfade schützen vor dem Ausfall dieser Bauteile. Ein Cluster mit Failover sorgt dafür, dass virtuelle Maschinen auf einem anderen Host neu starten, wenn ein ganzer Server ausfällt.
Eines leistet keine dieser Techniken: Sie ersetzen keine Datensicherung. Löscht jemand versehentlich einen Ordner oder verschlüsselt Ransomware die Daten, spiegelt die Redundanz den Schaden auf alle Kopien. Wie wir Daten getrennt und regelmäßig geprüft sichern, beschreibt die Seite zur Datensicherung für Unternehmen.
Das Speichersystem planen wir zusammen mit Servervirtualisierung und passender Hardware, denn alle drei hängen voneinander ab. Den Rahmen bildet unsere Server-Betreuung für KMU. Ob bei Ihnen eher Kapazität, Leistung oder Ausfallsicherheit fehlt, ermitteln wir gemeinsam in einer kostenlosen Erstberatung.
Unser Vorgehen
Zuerst erfassen wir, wie viel Speicher heute belegt ist und wie schnell die Datenmenge in den letzten Jahren gewachsen ist; dafür eignen sich die Verläufe aus dem Monitoring. Ebenso wichtig ist das Zugriffsmuster: Eine Datenbank mit vielen kleinen Lese- und Schreibvorgängen stellt andere Ansprüche als eine Ablage mit großen Plandateien. Dazu kommt die Frage, wie lange ein System ausfallen und wie viele Daten im Ernstfall verloren gehen dürften. Für diese zwei Größen stehen die Abkürzungen RTO und RPO.
Aus diesen Anforderungen leiten wir die Bauform und die Redundanz ab und halten die Entscheidungsgründe schriftlich fest, so wie es SYS.1.8 vorsieht. Beim Aufbau aktualisieren wir die Firmware, stellen eine abgesicherte Grundkonfiguration her und schalten nicht genutzte Schnittstellen ab. Das Speichernetz trennen wir per Netzwerksegmentierung vom Büronetz, und die Verwaltungsoberflächen sind nur aus einem eigenen Verwaltungsnetz erreichbar.
Danach übernehmen wir die vorhandenen virtuellen Maschinen in abgestimmten Zeitfenstern und testen, ob das Failover wie geplant greift. Im Betrieb überwacht unser IT-Monitoring Kapazität, Zustand der Datenträger und Replikation. Firmware-Updates spielen wir in festen Wartungsfenstern ein, und ein Notfallplan beschreibt, was bei einem Ausfall des Speichersystems zu tun ist.
Kurz gesagt
Doppelte Controller und Pfade: Ein einzelnes Bauteil hält den Betrieb nicht an.
Typische Probleme
Ein Laufwerk füllt sich über Monate, bis die erste Anwendung nicht mehr schreiben kann und virtuelle Maschinen anhalten.
Das System wurde nach Kapazität gekauft, nicht nach Zugriffsmuster. Die Datenbank wartet auf die Festplatten, und das ganze Team merkt es.
Zwei Hosts teilen sich ein Speichersystem mit nur einem Controller oder Netzteil. Fällt es aus, stehen beide Hosts still.
Controller und Datenträger laufen jahrelang mit der ersten Firmware. Bekannte Fehler und Sicherheitslücken bleiben offen, bis ein Problem auftritt.
Die Oberfläche des Speichersystems ist aus dem Büronetz erreichbar und noch mit dem Standardpasswort versehen.
Nach dem Tausch einer Festplatte baut das System die Daten neu auf. Bei großen Platten dauert das lange, und ein weiterer Ausfall in dieser Zeit kann den Verbund gefährden.cta_title: Wie viel Platz bleibt Ihren Servern noch?
Einsatzszenarien
Die folgenden Fälle sind erfunden. Sie zeigen, wann welche Bauform ihre Stärken ausspielt.
NAS
Angenommen, ein Architekturbüro speichert große Planstände bisher auf einzelnen Rechnern. Ein NAS bündelt sie in Freigaben mit Rechten je Projektgruppe.
Virtualisierung
Ein Betrieb mit Fachanwendung und Datenbank verteilt seine virtuellen Maschinen auf zwei Hosts, die sich ein Speichersystem mit doppelten Controllern teilen.
HCI
Ein Unternehmen mit stetig steigender Zahl virtueller Maschinen setzt auf einen hyperkonvergenten Cluster und erweitert ihn bei Bedarf um weitere Knoten.
Ablauf
Wir klären den Anlass, etwa knappen Speicher, neue Hosts oder einen zurückliegenden Ausfall.
Wir erfassen Belegung, Wachstum, Zugriffsmuster und Ihre Anforderungen an die Verfügbarkeit.
Bauform, Redundanz und Erweiterbarkeit halten wir schriftlich fest, zusammen mit Ihrem individuellen Angebot.
Einbau, Konfiguration, Umzug der virtuellen Maschinen und ein Test des Failovers.
Überwachung, Firmware-Pflege und laufende Kapazitätsplanung.
Wir sehen uns Ihre heutige Umgebung an und empfehlen ein Speichersystem, das zu Datenmenge, Anwendungen und Verfügbarkeitsanforderungen passt.
FAQ
Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: +49 2933 922822-0 oder schreiben Sie an info@pronet-systems.de.
Typische Anzeichen sind Anwendungen, die beim Speichern stocken, virtuelle Maschinen, die träge starten, und nächtliche Sicherungen, die bis in den Arbeitstag hineinlaufen. Ob tatsächlich das Speichersystem bremst oder das Netzwerk dazwischen, zeigen Messwerte wie die Antwortzeit der Datenträger. Diese Werte werten wir aus, bevor wir eine Erweiterung oder ein neues System empfehlen.
Eine hyperkonvergente Infrastruktur lohnt sich vor allem, wenn Rechenleistung und Speicher etwa im Gleichschritt wachsen und Sie die Umgebung über eine Oberfläche verwalten möchten. Wächst dagegen nur die Datenmenge stark, ist ein separates Speichersystem flexibler, weil Sie dann keine Rechenleistung mitkaufen müssen. Wie viele Knoten ein Cluster mindestens braucht, hängt von der Plattform ab.
Ja, die Übernahme gehört zu unseren Storage-Projekten. Wir verschieben die virtuellen Maschinen schrittweise, je nach Plattform im laufenden Betrieb oder in kurzen Zeitfenstern, und prüfen danach Funktion und Leistung. Vor dem Umzug steht eine aktuelle Sicherung.
Die Reserve richtet sich nach Ihrem bisherigen Datenwachstum und der geplanten Nutzungsdauer, nicht nach einer pauschalen Faustregel. Zu beachten ist außerdem, dass RAID, Spiegelung und Schnappschüsse einen Teil der Bruttokapazität belegen. Wir rechnen beides durch und achten darauf, dass sich das System später erweitern lässt.
Ja, das Speichernetz sollte vom übrigen Netzwerk getrennt sein, physisch oder logisch über ein VLAN. Auch das BSI empfiehlt im Baustein SYS.1.8, ein SAN zu segmentieren. So stören Datensicherungen oder Downloads im Büronetz den Speicherzugriff nicht, und Unbefugte erreichen das Speichernetz nicht so leicht.
Bevor alte Datenträger Ihr Haus verlassen, sollten die Daten darauf so gelöscht oder die Datenträger so vernichtet werden, dass sich nichts wiederherstellen lässt. Das übernehmen wir mit einer zertifizierten Datenlöschung mit Löschnachweis oder mit der Vernichtung der Datenträger.
Nein, nicht zwingend, denn ein Speichersystem mit doppelten Controllern, Netzteilen und Netzwerkpfaden fängt bereits den Ausfall einzelner Bauteile ab. Ein zweites System mit Spiegelung der Daten lohnt sich, wenn auch der Ausfall des ganzen Geräts oder eines Raums überbrückt werden soll. In einem hyperkonvergenten Cluster übernimmt die Spiegelung zwischen den Knoten diese Aufgabe.
Hilfreich sind Angaben zu Ihren Servern, zur heutigen Speicherbelegung und zu dem, was Sie derzeit stört, etwa knapper Platz oder langsame Anwendungen. Mit diesen Angaben starten wir die Analyse, aus der Ihr individuelles Angebot entsteht.