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Glossar

Was ist ein NAS?

Ein NAS (Network Attached Storage) ist ein Speichergerät, das direkt am Netzwerk hängt und Dateien für PCs, Server und andere Geräte bereitstellt. Unternehmen setzen es als gemeinsamen Dateispeicher ein oder legen ihre Sicherungen darauf ab.

NAS einfach erklärt

Eine externe Festplatte am USB-Anschluss steht genau einem Rechner zur Verfügung. Ein NAS dagegen bekommt eine eigene Adresse im Firmennetz, und alle berechtigten Geräte können gleichzeitig darauf zugreifen. Im Inneren steckt ein kleiner Computer mit eigenem Betriebssystem, einer Verwaltungsoberfläche und einem oder mehreren Datenträgern. Mehrere Datenträger lassen sich zu einem RAID zusammenschalten.

Der Branchenverband SNIA (Storage Networking Industry Association) beschreibt ein NAS als Speichergerät am Netzwerk, das Dateidienste für Clients anbietet. Der Zugriff läuft über Dateiprotokolle wie SMB oder NFS; am PC erscheint das NAS als Netzlaufwerk oder Freigabe. Darin liegt der Unterschied zu einem SAN, das Servern Speicher in Form von Blöcken liefert, die diese wie eine eigene Festplatte behandeln.

Zwei Rollen: Ablage und Sicherungsziel

Als Dateiablage kann ein NAS in kleinen Büros den klassischen Dateiserver ersetzen. Freigaben, etwa für Projekte, Verwaltung oder Vorlagen, bekommen eigene Zugriffsrechte; je nach Gerät lassen sich diese mit einem Verzeichnisdienst wie Active Directory verbinden. Das BSI behandelt ein NAS deshalb auch wie einen Server: Neben dem Baustein SYS.1.8 für Speicherlösungen gelten die Bausteine für allgemeine Server und Fileserver. Praktisch heißt das: aktuelle Software und Firmware, eine sichere Grundkonfiguration ohne Standardkennwörter und eine Verwaltungsoberfläche, die aus nicht vertrauenswürdigen Netzen nicht erreichbar ist.

Als Sicherungsziel nimmt ein NAS die nächtlichen Kopien auf, die eine Datensicherung von Servern und Arbeitsplätzen anlegt. Der Vorteil ist die Geschwindigkeit: Eine gelöschte Datei oder ein ganzer Server lässt sich aus dem lokalen Speicher schneller zurückholen als über die Internetleitung.

Warum ein NAS allein kein Backup ist

Hängt ein NAS dauerhaft im Netz und ist es als Laufwerk mit Schreibrechten verbunden, kann Schadsoftware dort ebenso Dateien verschlüsseln wie auf den Arbeitsplätzen. Bei einem Angriff mit Ransomware trifft es dann Original und Sicherung zugleich. Das BSI fordert im Baustein CON.3, dass Datensicherungen nicht absichtlich oder unbeabsichtigt überschrieben werden können. Sicherungssysteme sollen Schreibzugriffe nur für die eigentliche Sicherung und für berechtigte Administration erlauben oder nur dafür mit den Systemen verbunden werden.

Für ein NAS als Sicherungsziel bedeutet das:

  • Eigene Zugangsdaten: Die Sicherungssoftware schreibt mit einem Konto, das sonst nirgends verwendet wird; Mitarbeitende haben keinen Zugriff.
  • Kein Netzlaufwerk: Das Sicherungsziel ist an keinem Arbeitsplatz als Laufwerksbuchstabe verbunden.
  • Geschützte Versionen: Schreibgeschützte Zwischenstände oder ein Immutable Backup schützen ältere Stände für eine festgelegte Zeit vor dem Löschen, auch durch einen Angreifer mit Netzwerkzugriff – soweit das Gerät diese Funktion bietet.
  • Kopie außer Haus: Nach der 3-2-1-Regel liegt mindestens eine Kopie außerhalb des Gebäudes, zum Beispiel als Cloud-Backup.

Das NAS ist damit ein Baustein der Sicherung, aber nicht das ganze Backup.

Rohmaterial einer Videoproduktion

Angenommen, eine Videoproduktion mit sieben Mitarbeitenden speichert Rohmaterial und Schnittprojekte auf einem NAS im Schnittraum. Die Sicherung landet bisher in einem zweiten Ordner auf demselben Gerät. Beim Umzug in neue Räume prüft das Team, was ein Brand oder ein Defekt des NAS bedeuten würde: Original und Kopie wären gemeinsam verloren.

Das neue Konzept trennt die Rollen. Das bisherige NAS bleibt die Arbeitsablage. Ein zweites Gerät steht in einem anderen Raum, nimmt jede Nacht die Sicherung mit eigenem Konto entgegen und hält schreibgeschützte Stände der letzten Wochen vor. Abgeschlossene Projekte wandern zusätzlich mit Verschlüsselung in ein Rechenzentrum. Das BSI verlangt eine solche räumliche Trennung der Sicherungsmedien von den gesicherten Systemen, nach Möglichkeit in einem anderen Brandabschnitt (CON.3.A12).

Wann ein NAS passt

Für eine überschaubare Dateiablage ohne Fachanwendungen ist ein NAS eine schlanke Lösung. Braucht ein Unternehmen zusätzlich Anmeldung, Gruppenrichtlinien oder eine Datenbank, führt der Weg eher zu einem Server. Geht es um Hochverfügbarkeit und gemeinsamen Speicher für mehrere Hosts, kommen weitere Speicherbauformen ins Spiel, etwa eine hyperkonvergente Infrastruktur. Ob ein NAS genügt oder ein Server sinnvoller ist, klären wir bei der Auswahl passender Server für kleine Unternehmen.

Wie ProNet unterstützt

Wir planen Sicherungskonzepte, in denen ein NAS seinen richtigen Platz hat: mit getrennten Zugängen, geschützten Versionen, einer Kopie außer Haus und regelmäßigen Wiederherstellungstests. Den Betrieb übernehmen wir auf Wunsch als Managed Backup. Unser Vorgehen erläutert die Seite zur Datensicherung für Unternehmen.

Liegt Ihre Sicherung auf demselben Gerät wie die Daten?

Gemeinsam gehen wir durch, wo Ihre Daten und Sicherungen heute liegen, und skizzieren, wie getrennte Kopien bei Ihnen aussehen könnten.

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