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Glossar

Was ist IaaS?

IaaS steht für „Infrastructure as a Service“: Ein Unternehmen mietet virtuelle Server, Speicherplatz und Netzwerk aus dem Rechenzentrum eines Anbieters, statt eigene Hardware anzuschaffen. Betriebssystem, Anwendungen und deren Schutz bleiben Sache des Kunden bzw. seines IT-Dienstleisters.

IaaS einfach erklärt

Ein Bild aus dem Bauwesen hilft: Bei IaaS mieten Sie einen Rohbau mit Strom, Wasser und Anschluss an die Straße. Wie die Räume eingerichtet werden, wer einen Schlüssel bekommt und ob abends die Fenster geschlossen sind, entscheiden Sie selbst.

Technisch betreibt der Anbieter die physischen Server, Speichersysteme und Netze in seinem Rechenzentrum. Darauf laufen virtuelle Maschinen, die per Virtualisierung voneinander getrennt sind. Sie buchen so viele Prozessorkerne, so viel Arbeitsspeicher und so viel Plattenplatz, wie Ihre Anwendungen brauchen, und passen die Größe später an. Auf die Maschine kommt ein Betriebssystem, etwa Windows Server, und darauf Ihre Software.

Die US-Standardisierungsbehörde NIST zählt IaaS zu den drei Servicemodellen des Cloud Computing. Nach ihrer Definition stellt der Kunde Rechenleistung, Speicher und Netze selbst bereit und darf darauf beliebige Software betreiben, Betriebssysteme eingeschlossen. Die Infrastruktur darunter steuert er nicht.

Wer bei IaaS wofür zuständig ist

Die Aufteilung der Aufgaben ist der Kern des Modells. Die folgende Übersicht zeigt sie vereinfacht.

Aufgabenteilung zwischen Anbieter und Kunde bei IaaS
BereichZuständig
Gebäude, Strom, Kühlung, physische Server und NetzeAnbieter
VirtualisierungsschichtAnbieter
Betriebssystem und dessen UpdatesKunde bzw. IT-Dienstleister
Anwendungen und DatenbankenKunde bzw. IT-Dienstleister
Netzwerkregeln der virtuellen Maschinen, Zugänge, BenutzerkontenKunde bzw. IT-Dienstleister
DatensicherungKunde, sofern der Vertrag nichts anderes regelt

Microsoft beschreibt das als geteilte Verantwortung. Unabhängig vom Cloud-Modell bleiben dort Daten, Benutzerkonten, Zugriffsrechte und Endgeräte beim Kunden. Bei Software as a Service (SaaS) übernimmt der Anbieter zusätzlich Betriebssystem und Anwendung. Wer gemietete Server mit eigener Technik vor Ort verbindet, betreibt eine Hybrid Cloud.

Abrechnung und Vertragsfragen

Abgerechnet wird meist nach Nutzung: Rechenzeit, belegter Speicher und teilweise der Datenverkehr. Hinzu kommen Lizenzen für Betriebssystem und Anwendungen, sofern der Anbieter sie nicht mitliefert. Die Kosten wachsen damit mit der Größe der Umgebung und lassen sich laufend anpassen.

Vor dem Vertragsabschluss sollten Sie vier Punkte klären:

  1. Datenstandort: In welchem Land stehen die Rechenzentren, und lässt sich der Standort festlegen?
  2. Verfügbarkeit: Welche Zusagen enthält das Service Level Agreement, und was passiert bei einem Ausfall?
  3. Datenschutz: Liegen personenbezogene Daten auf den Servern, brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
  4. Ausstieg: Wie lassen sich virtuelle Maschinen und Daten bei einem Anbieterwechsel mitnehmen?

Nicht zu vergessen ist die eigene Leitung. Weil alle Zugriffe über das Internet laufen, braucht der Standort eine Verbindung mit ausreichend Bandbreite in beide Richtungen.

Der Server ist umgezogen, die Pflichten nicht

Angenommen, ein Dienstleister für technische Dokumentation mit fünfzehn Mitarbeitenden betreibt seine Redaktionsdatenbank und die Dateiablage auf einem alten Server im Abstellraum. Eine Kollegin mit IT-Kenntnissen verlegt beides auf eine gemietete virtuelle Maschine bei einem Cloud-Anbieter. Der Umzug klappt, das Team greift über ein VPN auf die Daten zu.

Ein halbes Jahr später stellt der neue IT-Dienstleister fest: Seit dem Umzug hat niemand Updates eingespielt, und eine Datensicherung gibt es nicht. Alle hatten angenommen, das erledige der Anbieter. Gemietet war aber nur die virtuelle Maschine. Das Büro lässt daraufhin ein geregeltes Patch-Management und ein Backup an einem zweiten Speicherort einrichten. Außerdem schließt es mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, weil auf dem Server Unterlagen mit Kontaktdaten der Kundschaft liegen.

Wann gemietete Infrastruktur passt

IaaS spielt seine Stärken aus, wenn die Hardware ohnehin ersetzt werden müsste, mehrere Standorte auf dieselben Systeme zugreifen oder der Bedarf über das Jahr schwankt. Weniger geeignet ist es, wenn große Dateien täglich zwischen Büro und Server hin- und hergehen und die Leitung knapp bemessen ist. Eine ausführliche Gegenüberstellung bietet unser Vergleich Cloud vs. eigener Server.

Eine der großen IaaS-Plattformen ist Microsoft Azure. Wie Umzug, hybride Anbindung und laufende Betreuung dort aussehen, beschreibt die Seite Microsoft Azure für Unternehmen.

Wie ProNet unterstützt

Wir klären mit Ihnen, welche Server sich für den Betrieb im Rechenzentrum eignen, und ziehen sie als virtuelle Maschinen um. Danach übernehmen wir je nach Vereinbarung das, was bei IaaS auf Kundenseite liegt: Updates, Datensicherung, Zugänge und Überwachung. Welche Betriebsvarianten es gibt, zeigt unsere Seite Server in der Cloud.

Welche Ihrer Server könnten ins Rechenzentrum umziehen?

Nach einem Blick auf Systeme und Internetanbindung zeigen wir, welche Betriebsvariante für Sie infrage kommt.

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