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Glossar

Was ist eine IT-Migration?

Eine IT-Migration ist der geplante Wechsel von Daten, Anwendungen oder ganzen Systemen auf eine neue Plattform, etwa vom eigenen Mailserver in die Cloud. Im Alltag ist auch von Umstellung, Umzug oder Umstieg die Rede.

IT-Migration einfach erklärt

Migrieren heißt, Bestehendes in eine neue Umgebung zu überführen, statt dort von vorn anzufangen. Ziel ist, dass Postfächer ihre Nachrichten, Ordner ihre Berechtigungen und Benutzer ihre Konten behalten; was sich ändert, sind der Ort und die Technik dahinter. Darin unterscheidet sich eine Migration von einer Neueinrichtung, bei der Daten und Einstellungen erst entstehen.

Auch von einer Aktualisierung grenzt sich der Begriff ab. Microsoft beschreibt für den Wechsel auf eine neuere Version von Windows Server mehrere Wege, darunter diese beiden. Beim Upgrade an Ort und Stelle wird die neue Version über die alte installiert, und Einstellungen, Rollen und Daten bleiben auf derselben Hardware. Bei einer Migration ziehen Rollen und Funktionen dagegen auf einen anderen Server um. Für den Wechsel auf neue Hardware nennt Microsoft diesen Weg den passenderen (Stand: Oktober 2026).

Abgrenzung zu Rollout und Umzug

Drei Vorhaben klingen ähnlich, verfolgen aber verschiedene Ziele:

  • Bei einer IT-Migration wechseln Daten und Systeme auf eine neue Plattform, zum Beispiel vom eigenen Server in ein Rechenzentrum.
  • Bei einem Rollout kommen neue Geräte oder Programme nach Plan an viele Arbeitsplätze; die Plattform dahinter kann dieselbe bleiben.
  • Bei einem IT-Umzug zieht die vorhandene Hardware in neue Räume, vom Server bis zum Telefon.

Manchmal fallen die Vorhaben zusammen, etwa wenn ein Betrieb neue Räume bezieht und seine Postfächer bei der Gelegenheit in die Cloud verlegt. Getrennt geplant bleiben sie überschaubar, weil jedes eigene Tests und einen eigenen Rückweg braucht.

Typische Phasen einer IT-Migration

Ob Postfächer, Server oder eine Dateiablage den Platz wechseln – diese Schritte gehören in den Plan:

  1. Bestandsaufnahme: Was gibt es heute, wie groß sind die Datenmengen, und welche Programme, Geräte oder Schnittstellen hängen am alten System?
  2. Ziel und Weg: Festlegen, wohin es geht und ob alles zu einem Stichtag wechselt oder in Etappen, mit einer Übergangszeit, in der alte und neue Umgebung gekoppelt laufen. Verbindet die Übergangszeit eigene Technik mit Cloud-Diensten, entsteht vorübergehend eine Hybrid Cloud.
  3. Testlauf: Pilotdaten oder eine kleine Gruppe zeigen, mit welcher Übertragungsdauer zu rechnen ist und wo es hakt.
  4. Übertragung und Umschaltung: Große Datenmengen werden schon vorab übertragen, am Umschalttag folgt nur noch die Differenz. Danach werden Anmeldung, Zustellung und Programme auf das neue System gelenkt.
  5. Rückweg: Vorher klären, woran ein Abbruch erkannt wird und wie man ins alte System zurückkehrt.
  6. Abschluss: Kontrolle und Nacharbeit, Dokumentation und erst danach das Abschalten der Altsysteme, deren Datenträger vor der Entsorgung per zertifizierter Datenlöschung bereinigt werden.

Das BSI sieht für den Umzug zu einem Cloud-Dienst ein Migrationskonzept vor, das Aufgaben verteilt, betroffene Betriebsabläufe anpasst und den Schulungsbedarf der Mitarbeitenden klärt. Die Migration selbst soll zunächst in einem Testlauf geprüft werden (Baustein OPS.2.2, Anforderungen A5 und A10, Edition 2023). Für Exchange rät es zusätzlich, alle Migrationsschritte zu planen und zu dokumentieren und das neue System vor der Installation in einem separaten Testnetz zu prüfen (APP.5.2.A7).

Was in kleinen und mittleren Unternehmen migriert wird

Vier Beispiele zeigen die Spannweite:

  • E-Mail: Postfächer ziehen von einem eigenen Exchange-Server nach Exchange Online. Für den Umzug aller Postfächer in einem Schritt nennt Microsoft eine Obergrenze von 2.000 Postfächern, hält wegen der Dauer aber höchstens 150 für sinnvoll (Stand: Oktober 2026). Vorab klärt die Entscheidungshilfe Exchange Online vs. Exchange Server, ob sich der eigene Server weiter lohnt.
  • Microsoft 365: Neben den Postfächern wechseln Kalender, Kontakte, Benutzerkonten und Dateien in Microsoft 365, je nach Umfang auf einmal oder nach Abteilungen gestaffelt.
  • Server: Anmeldung, Dateiablage und Fachanwendungen ziehen auf einen neuen Server mit einer Version von Windows Server, die noch Sicherheitsupdates erhält.
  • Rechenzentrum: Ganze Server laufen danach als virtuelle Maschinen in der Cloud; vorher ist zu prüfen, ob die Lizenzbedingungen jeder Anwendung das erlauben.

Eine Migration mit Testlauf und Rückweg

Angenommen, ein Personaldienstleister mit Zentrale und zwei Niederlassungen betreibt seinen einzigen Server im Büro der Zentrale. Darauf laufen Anmeldung, Dateiablage und die Software für die Einsatzplanung; die Niederlassungen greifen über ein VPN darauf zu. Weil die Hardware ersetzt werden muss und die Niederlassungen nicht länger von der Leitung der Zentrale abhängen sollen, entscheidet sich die Geschäftsführung für einen Server in der Cloud.

Die Bestandsaufnahme klärt zuerst, ob der Hersteller der Planungssoftware den Betrieb in einem Rechenzentrum zulässt. Danach läuft eine Testkopie des Servers eine Woche lang in der Cloud, und Mitarbeitende einer Niederlassung prüfen darauf Anmeldung, Dateizugriff und Planungssoftware. Umgeschaltet wird an einem Wochenende. Der alte Server bleibt ausgeschaltet, aber unverändert stehen, bis alle drei Standorte zwei Wochen lang ohne Auffälligkeiten gearbeitet haben.

Wie ProNet unterstützt

Wir planen und begleiten Migrationen von der Bestandsaufnahme über Zeitplan und Datenübernahme bis zur Einführung in Ihrem Team. Wie wir den Umzug nach Microsoft 365 angehen, beschreibt unsere Seite zur Microsoft 365 Migration. Ältere Server bringen wir im Rahmen unserer Windows Server Betreuung auf eine aktuelle Version. Sollen Server in die Rechenzentren von Microsoft wechseln, übernehmen wir die Migration nach Azure und auf Wunsch die laufende Administration; Einzelheiten stehen unter Microsoft Azure für Unternehmen.

Welches System soll bei Ihnen als Nächstes umziehen?

Für Ihr Vorhaben skizzieren wir gemeinsam Testlauf, Umschalttermin und Rückweg, bevor die erste Datei den Platz wechselt.

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