Zum Inhalt springen

Glossar

Was ist ein Server?

Ein Server ist ein Rechner oder ein Programm, das anderen Geräten im Netzwerk Dienste bereitstellt – etwa die Anmeldung am PC, eine gemeinsame Dateiablage, E-Mail oder die Datenbank einer Branchensoftware. Die Geräte, die diese Dienste nutzen, heißen Clients.

Server einfach erklärt

Der Name leitet sich vom englischen „to serve“ ab, auf Deutsch dienen. Ein Server nimmt Anfragen anderer Geräte entgegen und erledigt sie: Er liefert eine Datei aus, speichert einen Auftrag oder schickt einen Datensatz zurück. Die anfragenden Geräte, etwa PCs, Notebooks oder Smartphones, sind die Clients – daher der Ausdruck Client-Server-Prinzip.

Das BSI fasst im IT-Grundschutz unter dem Begriff alle IT-Systeme zusammen, die Benutzenden und anderen IT-Systemen Dienste bereitstellen, unabhängig vom Betriebssystem (Baustein SYS.1.1). Viele dieser Dienste arbeiten im Hintergrund. Wer sich morgens am Rechner anmeldet, bemerkt kaum, dass gerade ein Server Benutzername und Kennwort geprüft hat.

Im Alltag hat das Wort zwei Bedeutungen. Gemeint sein kann das Gerät im Technikraum; worauf es bei dessen Auswahl ankommt, erklärt unsere Seite Server für kleine Unternehmen. Ebenso kann das Programm gemeint sein, das einen bestimmten Dienst anbietet, etwa ein Webserver oder ein Mailserver.

Typische Aufgaben im Unternehmen

In kleinen und mittleren Unternehmen erledigen Server vor allem diese Aufgaben:

  • Anmeldung und Rechte: Ein Verzeichnisdienst wie Active Directory verwaltet Benutzerkonten, Gruppen und Berechtigungen zentral.
  • Dateiablage: Gemeinsame Ordner liegen an einem Ort, mit Zugriffsrechten je Abteilung. Geht es nur um Dateien, kann auch ein NAS genügen, ein auf Dateidienste ausgerichtetes Speichergerät.
  • Fachanwendungen: Viele Branchenprogramme legen ihre Daten in einer Datenbank auf dem Server ab, die alle Arbeitsplätze gemeinsam nutzen.
  • Arbeitssitzungen: Ein Terminalserver stellt mehreren Personen gleichzeitig eigene Sitzungen mit Programmen bereit, die nur dort installiert sind.
  • Kommunikation: E-Mail, ein Austauschportal für Kunden oder die eigene Website laufen ebenfalls auf Servern.

Laut BSI sind Clients und andere Server in der Regel auf die zentral gespeicherten Daten angewiesen. Ein einzelner Ausfall kann so den ganzen Betrieb treffen. Für die Einrichtung empfiehlt das BSI außerdem, wesentliche Rollen auf mehrere Server zu verteilen (SYS.1.1.A16).

Gerät, virtuelle Maschine oder Rechenzentrum

Ein Server braucht kein eigenes Gehäuse. Verbreitet sind drei Formen:

  • Physischer Server: ein Gerät, das für den Dauerbetrieb gebaut ist, oft mit doppelt vorhandenen Bauteilen wie Netzteilen, mehreren Datenträgern im RAID und einem Zugang zur Fernverwaltung.
  • Virtueller Server: Bei der Virtualisierung wird ein physisches Gerät in mehrere virtuelle Maschinen aufgeteilt. Jede arbeitet als eigener Server mit eigenem Betriebssystem und lässt sich einzeln sichern, verschieben oder neu starten.
  • Server im Rechenzentrum: Die Maschine läuft gemietet bei einem Rechenzentrumsbetreiber, und Ihr Team greift über die Internetleitung darauf zu. Die Betriebsvarianten beschreibt die Seite Server in der Cloud.

Das BSI zählt die Wahl zwischen Hardware und virtualisierten Ressourcen zu den Punkten, die vor dem Einsatz eines Servers geplant werden sollten (SYS.1.1.A12). Kriterien für die Entscheidung zwischen eigenem Gerät und Rechenzentrum stellt der Vergleich Cloud vs. eigener Server gegenüber.

Als Betriebssystem dient etwa Windows Server oder eine Linux-Distribution. Sicherheitsupdates gibt es je Version nur begrenzte Zeit. Diese Frist und die Servicelaufzeit der Hardware führt ein Lifecycle-Management zusammen. Wann sich der Austausch lohnt, zeigt unser Ratgeber Hardware-Lebenszyklus.

Der unbemerkte Server einer Glaserei

Angenommen, eine Glaserei mit 16 Mitarbeitenden nutzt eine Branchensoftware für Aufmaß und Zuschnitt. Deren Datenbank wurde vor Jahren auf dem PC der Werkstattleitung installiert, weil dort gerade Platz war. Inzwischen greifen sechs Büroarbeitsplätze und der Rechner an der Zuschnittanlage darauf zu. Damit ist der PC längst ein Server, auch wenn ihn niemand so behandelt.

An einem Montag startet der Rechner nach einem Update nicht mehr. Im Büro lässt sich kein Aufmaß öffnen, an der Zuschnittanlage kommen keine Schnittdaten an, obwohl alle übrigen Geräte laufen. Die jüngste Kopie der Datenbank liegt auf einem USB-Stick vom Vormonat, denn der PC stand in keinem Sicherungsplan. Was seither erfasst wurde, muss das Büro nachtragen.

Anschließend zieht die Datenbank auf einen virtuellen Server um; der Softwareanbieter hat diesen Betrieb vorher bestätigt. Der virtuelle Server läuft auf einem neuen Gerät im abschließbaren Serverschrank und ist in Überwachung und nächtliche Sicherung eingebunden. Der PC der Werkstattleitung ist wieder nur ein Arbeitsplatz. Diese Trennung verlangt das BSI als Basis-Anforderung: Ein Server darf nicht als Arbeitsplatzrechner dienen und ein Arbeitsplatzrechner nicht als Server (SYS.1.1.A1).

Grundregeln für den Betrieb

Aus dem IT-Grundschutz lassen sich Regeln ableiten, die auch in kleinen Umgebungen umsetzbar sind:

  • Geschützter Standort: Physische Server gehören an Orte, die nur Berechtigte betreten können, etwa einen Serverraum oder einen abschließbaren Schrank (SYS.1.1.A1). Eine USV überbrückt kurze Stromausfälle und ermöglicht bei längeren ein geordnetes Herunterfahren.
  • Nur das Nötige: Nicht benötigte Rollen, Dienste und Schnittstellen werden abgeschaltet (A5, A6). Diese Systemhärtung verkleinert die Angriffsfläche, und ein Patch-Management spielt Sicherheitsupdates nach Plan ein.
  • Laufende Überwachung: Ein IT-Monitoring meldet Fehlerzustände und überschrittene Grenzwerte an die zuständige Betreuung (A23).
  • Sicherung und Wiederanlauf: Dazu gehört ein Backup, das getrennt vom Server aufbewahrt wird. Außerdem empfiehlt das BSI, den Server in die Notfallplanung einzubinden, etwa mit einem Wiederanlaufplan (A22).
  • Geordnetes Ende: Wird ein Server ausgemustert, übernehmen andere Systeme vorher seine Dienste, soweit sie noch gebraucht werden, und auf den Datenträgern sollen keine schutzbedürftigen Daten zurückbleiben (A25). Dafür gibt es die zertifizierte Datenlöschung.

Wie ProNet unterstützt

Wir planen Server gemeinsam mit Ihnen, richten sie ein und halten sie auf aktuellem Stand. Das gilt im eigenen Haus, im Rechenzentrum oder in einer Kombination aus beidem, für Windows- wie für Linux-Systeme. Welche Technik zum Einsatz kommt, entscheiden Ihre Anforderungen, nicht ein bestimmter Hersteller.

Ihre Branchensoftware kann auf Servern laufen, die wir betreiben. Zugriff, Systemupdates und Sicherung liegen dann bei uns; die Anwendung selbst bleibt Sache ihres Anbieters, wenn nichts anderes vereinbart ist. Auf Wunsch melden Ihre Server ihren Zustand an unsere Überwachung, und Sie erhalten wöchentlich einen Bericht. Das Gesamtbild zeigt unsere Server-Betreuung für KMU.

Welche Dienste laufen heute auf Ihren Servern?

Im Erstgespräch gehen wir gemeinsam durch, welche Aufgaben Ihre Server tragen und wo sich Handlungsbedarf abzeichnet.

Kostenlose Beratung