IT-Monitoring einfach erklärt
Ein Monitoring-System stellt den überwachten Geräten in kurzen Abständen dieselben Fragen: Läuft der Dienst noch? Wie stark ist der Prozessor ausgelastet? Wie viel Platz bleibt auf dem Datenspeicher? Antwortet die Webanwendung so schnell wie sonst? Jede Antwort wird mit Schwellenwerten verglichen, die vorher festgelegt wurden.
Sinnvoll sind zwei Stufen. Eine Warnung zeigt, dass sich etwas in die falsche Richtung entwickelt, etwa ein Datenspeicher, der zu achtzig Prozent belegt ist. Ein kritischer Zustand verlangt ein Eingreifen, weil der Ausfall unmittelbar droht oder schon eingetreten ist. Die Meldungen gehen per E-Mail, als Ticket oder in einer Übersicht an die Personen, die sich darum kümmern.
Schwierig ist weniger die Technik als das richtige Maß. Kommen täglich Dutzende unwichtiger Meldungen, gewöhnt man sich daran, sie wegzuklicken, und die eine entscheidende geht unter. Schwellenwerte werden deshalb nach der Einrichtung nachgeschärft, bis sie zum Alltag des Unternehmens passen.
So kommen die Messwerte zustande
- Agent auf dem Gerät: Ein kleines Programm auf Servern oder Arbeitsplätzen liest Werte aus dem Betriebssystem aus, zum Beispiel den Zustand von Diensten, freien Speicher und Einträge in den Ereignisprotokollen.
- Abfrage übers Netzwerk: Switches, Firewalls oder eine USV liefern ihre Werte über das standardisierte Verwaltungsprotokoll SNMP, ohne dass dort ein Programm installiert werden muss.
- Gemeldete Ereignisse: Viele Netzwerkgeräte schicken Protokollmeldungen über das Syslog-Protokoll an eine zentrale Stelle, wo sie ausgewertet werden.
- Prüfung von außen: Ein Test ruft in festen Abständen eine Website, einen Mailserver oder einen Fernzugang auf. Er misst, ob und wie schnell die Antwort kommt, also das, was auch Nutzerinnen und Nutzer erleben.
Was Verläufe verraten
Einzelne Meldungen zeigen akute Probleme. Ebenso wertvoll sind die Verläufe über Wochen und Monate. Sie zeigen, wie schnell der Speicherbedarf wächst, ob die Internetleitung zu bestimmten Tageszeiten an ihre Grenze kommt oder ob das Backup von Monat zu Monat länger braucht. Solche Kurven machen Erweiterungen planbar, statt sie unter Zeitdruck zu entscheiden. Außerdem liefern sie Fakten, wenn Mitarbeitende über eine langsame IT klagen, ohne dass jemand die Ursache benennen kann.
Warnsignal Wärme: ein Server unter dem Dach
Angenommen, ein Versandhändler für Fahrradzubehör betreibt seinen einzigen Server in einem kleinen Raum im Dachgeschoss, gleich neben dem Packtisch. Im Juli melden sich an mehreren Nachmittagen Warnungen zur Gehäusetemperatur, abends sind sie wieder verschwunden. Ausgefallen ist nichts, und im Büro fällt nur auf, dass der Lüfter lauter ist als sonst.
Erst die Temperaturkurve über drei Wochen macht das Muster deutlich. Ab Mittag steigt der Wert gleichmäßig an, bis er kurz vor Feierabend die Warnschwelle erreicht; an bewölkten Tagen bleibt er darunter. Die Ursache ist die Sonne auf dem Dach, nicht ein defektes Bauteil. Dauerhafte Hitze belastet Festplatten, Netzteile und die Akkus einer USV, deshalb zieht der Server in einen kühleren Raum im Erdgeschoss um. Die Kurve der folgenden Wochen zeigt, ob der Umzug genügt.
Wo Monitoring an Grenzen stößt
Monitoring beobachtet Betriebszustände. Ein Server kann in allen Messwerten im grünen Bereich liegen, während sich jemand mit einem gestohlenen Passwort anmeldet. Verdächtiges Verhalten auf Rechnern und Servern zu erkennen, ist Aufgabe von EDR.
Eine Meldung nützt außerdem nur, wenn jemand sie liest und handelt. Legen Sie fest, wer Warnungen bekommt, wer sie bei Urlaub vertritt und was außerhalb der Arbeitszeit geschieht. Halten Sie auch fest, welche Systeme überwacht werden und welche nicht. Ein neuer Server, der nie ins Monitoring aufgenommen wurde, fällt sonst erst auf, wenn er ausfällt. Manche Unternehmen lassen das Monitoring deshalb von ihrem IT-Dienstleister betreiben, als Teil von Managed Services.
Kommen zur Überwachung die Fernverwaltung und das Verteilen von Updates hinzu, spricht man von Remote Monitoring and Management (RMM). Das Einspielen der Updates selbst beschreibt der Begriff Patch-Management.
Wie ProNet unterstützt
Mit unserem IT-Monitoring für Unternehmen behalten wir Ihre Server im Blick, darunter Hardware, freien Speicher, die Datensicherung und die Frage, ob der Virenschutz aktiv ist. Ob weitere Geräte dazukommen, vereinbaren wir mit Ihnen. Auffälligkeiten landen bei unseren Technikern, und Sie bekommen wöchentlich eine Zusammenfassung per E-Mail. Welche Server und Speichersysteme Ihr Unternehmen braucht und wie sie zusammenspielen, planen wir im Rahmen unserer Server-Betreuung.