RMM einfach erklärt
Der Name beschreibt zwei Aufgaben in einem Werkzeug: beobachten und verwalten, beides ohne vor Ort zu sein. Das interne IT-Team oder ein Dienstleister sieht in einer Oberfläche alle eingebundenen Geräte, ihren Zustand, die installierte Software und offene Warnungen. Von dort aus lassen sich viele Aufgaben erledigen, ohne einen einzelnen Rechner anzufassen.
Das Programm auf dem Gerät, meist Agent genannt, baut die Verbindung zur Plattform selbst über das Internet auf. Deshalb meldet sich ein Notebook auch dann, wenn es etwa im Homeoffice oder in einem Hotel hängt und gerade keine Verbindung ins Firmennetz hat.
Von der klassischen Fernwartung unterscheidet sich RMM vor allem im Zeitbezug. Fernwartung ist eine einzelne Sitzung, in der ein Techniker auf Anfrage den Bildschirm übernimmt. RMM arbeitet dagegen dauerhaft im Hintergrund, und zahlreiche Pflegearbeiten laufen ganz ohne Bildschirmsitzung ab. Viele Plattformen bringen allerdings auch eine Fernwartungsfunktion mit.
Was eine RMM-Plattform leistet
Der genaue Funktionsumfang hängt von der Lösung ab. Zu den Grundfunktionen gehören:
- Überwachung: Messwerte wie Speicherplatz, Dienste und Ereignisse laufen zusammen; das beschreibt der Begriff IT-Monitoring.
- Updates: Betriebssystem- und Programmupdates werden nach Regeln verteilt und auf Erfolg geprüft, also Patch-Management aus einer Hand.
- Softwareverteilung und Skripte: Neue Programme oder Einstellungen gelangen geplant auf viele Geräte, etwa beim Rollout einer neuen Version.
- Inventar: Hardware, installierte Software und Versionen sind auf Abruf sichtbar und bilden eine Grundlage für das IT-Asset-Management.
- Fernzugriff und Berichte: Wenn nötig, öffnet ein Techniker eine Sitzung am Gerät; Berichte fassen Zustand und erledigte Arbeiten zusammen.
Die RMM-Plattform selbst absichern
Wer die Verwaltungsoberfläche mit weitreichenden Rechten bedient, kann in der Regel auf allen eingebundenen Geräten Programme starten. Genau das macht eine RMM-Plattform für Angreifer interessant. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat im Januar 2023 gemeinsam mit weiteren Behörden in einer Sicherheitswarnung beschrieben, dass Täter legitime RMM-Software als Hintertür nutzen. Weil es sich um reguläre Programme handelt, schlägt der Virenschutz dabei in der Regel nicht an.
Daraus ergeben sich einige Grundregeln. Die Anmeldung an der Verwaltungsoberfläche gehört hinter eine Multi-Faktor-Authentifizierung, und Rechte werden nach Rolle vergeben statt pauschal. Zugelassen ist nur die RMM-Software, die das Unternehmen bewusst einsetzt; fremde Fernwartungsprogramme werden blockiert. Die Protokolle der Plattform werden ausgewertet, damit ungewöhnliche Zugriffe auffallen. Für Werkzeuge des Patch- und Änderungsmanagements empfiehlt das BSI zudem eine eigene Sicherheitsrichtlinie (IT-Grundschutz-Kompendium, Edition 2023, Anforderung OPS.1.1.3.A8).
Hinzu kommt eine arbeitsrechtliche Frage, denn RMM-Software ermöglicht Bildschirmzugriffe und zeigt, welche Programme auf einem Rechner laufen. Nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bestimmt der Betriebsrat mit, wenn technische Einrichtungen zur Kontrolle von Verhalten oder Arbeitsleistung der Mitarbeitenden eingeführt und genutzt werden. Ausgenommen ist, was ein Gesetz oder eine Vereinbarung der Sozialpartner bereits verbindlich regelt.
Ob eine RMM-Plattform in Ihrem Betrieb darunter fällt, klären Sie am besten vor der Einführung mit rechtlicher Beratung; dieser Hinweis ersetzt sie nicht.
Notebooks, die selten im Büro sind
Angenommen, ein Sachverständigenbüro für Gebäudeschäden arbeitet mit vierzehn Notebooks, die die Gutachterinnen und Gutachter zu Ortsterminen und nach Hause mitnehmen. Ins Büro kommen die Geräte nur zur wöchentlichen Besprechung. Updates landeten bisher nur auf den Notebooks, die zufällig im Firmennetz hingen, und welche Version der Gutachtensoftware auf welchem Gerät lief, wusste niemand genau.
Mit RMM melden sich die Notebooks über ihre jeweilige Internetverbindung, ob im Homeoffice oder im Mobilfunknetz. Die Übersicht zeigt, dass zwei Geräte seit Wochen kein Sicherheitsupdate bekommen haben und auf einem dritten der Speicher fast voll ist. Ein Update der Gutachtensoftware verteilt der Dienstleister abends an alle Geräte, und am nächsten Morgen ist in der Übersicht zu sehen, wo es geklappt hat. Braucht jemand unterwegs Hilfe, öffnet der Techniker nach Zustimmung der Person eine Fernsitzung.
Wie ProNet unterstützt
Überwachung, Updates und Hilfe aus der Ferne verbinden wir in unserem IT-Monitoring für Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen Ihre Server und die Datensicherung; welche weiteren Geräte wir einbinden, stimmen wir mit Ihnen ab. Bildschirmsitzungen an Arbeitsplätzen starten wir per Fernwartung erst nach Ihrer Freigabe. Eingebettet ist das in unseren IT-Service für Unternehmen, bei dem ein fester Techniker Ihre Umgebung kennt.