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Glossar

Was ist VoIP?

VoIP steht für Voice over IP: Telefongespräche werden als Datenpakete über Firmennetz und Internet übertragen, nicht mehr über eine eigene Telefonleitung. Auf diesem Verfahren beruhen Telefonanlagen im eigenen Haus genauso wie Anlagen, die ein Anbieter in der Cloud bereitstellt.

VoIP einfach erklärt

Beim alten Telefonanschluss war für die Dauer eines Gesprächs eine Leitung fest reserviert. Bei VoIP gibt es diese durchgehende Verbindung nicht mehr. Das Mikrofon nimmt die Stimme auf, ein Codec wandelt sie in Daten um, je nach Verfahren auch platzsparend komprimiert, und das Netz transportiert sie in vielen kleinen Datenpaketen zur Gegenstelle. Dort setzt das Endgerät sie wieder zu hörbarer Sprache zusammen.

Dabei laufen zwei Vorgänge nebeneinander. Die Signalisierung baut das Gespräch auf und wieder ab: Wer ruft wen an, klingelt es, wurde abgehoben? Dafür beschreibt die Internet Engineering Task Force das Protokoll SIP, das auch einem SIP-Trunk seinen Namen gibt. Die Sprache selbst reist getrennt davon als eigener Datenstrom, in der Regel über das Echtzeitprotokoll RTP.

Mit dem Wechsel der Telefonnetze zu All-IP telefonieren inzwischen auch Betriebe per VoIP, die nie eine neue Anlage gekauft haben. Steckt ein herkömmliches Telefon am Router, wandelt dieser die Sprache in Datenpakete um, bevor sie das Gebäude verlässt. Im Alltag bemerkt davon kaum jemand etwas.

Was ein Gespräch im Netzwerk braucht

Ein einzelnes Telefonat benötigt wenig Bandbreite. Entscheidend ist, dass die Datenpakete gleichmäßig und ohne Umweg ankommen. Drei Größen bestimmen, wie gut ein Gespräch klingt:

  • Laufzeit: Sind die Daten zu lange unterwegs, fallen sich die Beteiligten ins Wort, weil jede Antwort verspätet eintrifft.
  • Schwankung (Jitter): Treffen die Daten mal schneller, mal langsamer ein, muss das Telefon sie zwischenspeichern. Reicht dieser Puffer nicht, klingt die Stimme abgehackt.
  • Paketverlust: Verlorene Sprachpakete lassen sich nicht neu anfordern, denn sie kämen zu spät. Es entstehen Lücken mitten im Satz.

Im Büro teilt sich die Sprache die Leitung etwa mit Downloads, Videokonferenzen und Datensicherungen. Deshalb gehört zur Einrichtung, dass Router und Firewall Sprachpakete bevorzugt weiterleiten. Zusätzlich lässt sich der Sprachverkehr in einem eigenen VLAN vom übrigen Datenverkehr trennen. Der IT-Grundschutz des BSI führt diese Trennung im Baustein NET.4.2 (Edition 2023) als Vorschlag für erhöhten Schutzbedarf.

Tischtelefone können ihren Strom über das Netzwerkkabel vom Switch beziehen. Hängt dieser nicht an einer USV, verstummen bei einem Stromausfall alle Apparate auf einmal.

Wo VoIP im Unternehmen eingesetzt wird

VoIP ist das Übertragungsverfahren, nicht die Anlage selbst. Welche Technik die Gespräche vermittelt, ist eine eigene Entscheidung:

Als Endgeräte kommen Tischtelefone, Headsets am Computer mit einem Softphone und Apps auf dem Smartphone infrage. Weil alles über Daten läuft, kann eine Mitarbeiterin ihre Durchwahl ins Homeoffice mitnehmen, sofern die Anlage Softphones oder Apps unterstützt.

Wenn die Stimme am Nachmittag abreißt

Ein denkbarer Fall: Ein Reisebüro mit sechs Arbeitsplätzen telefoniert seit einem Jahr über VoIP. Vormittags verstehen sich alle gut, nachmittags klagen Kundinnen und Kunden über verschluckte Silben und kurze Aussetzer. An der Telefonanlage liegt es nicht: Gegen 15 Uhr startet die Datensicherung ins Rechenzentrum, und zwei Beraterinnen führen zur selben Zeit Videoberatungen. Der Upload ist ausgelastet, und die Sprachpakete stehen in derselben Schlange wie alle anderen Daten.

In diesem Fall helfen drei Änderungen. Der Router hält einen Teil des Uploads für Sprache frei und schickt sie vor allem anderen hinaus. Die Datensicherung wandert in den Abend. Eine Messung unter Last zeigt anschließend, ob die Leitung auch bei weiterem Wachstum reicht. Eine neue Anlage braucht das Reisebüro dafür nicht.

Sicherheit bei der Internettelefonie

Weil VoIP über Datennetze läuft, stehen Angreifern dieselben Wege offen wie bei anderen IT-Systemen. Unverschlüsselte Gespräche kann mitschneiden, wer Zugriff auf einen Abschnitt des Übertragungswegs hat. Derselbe BSI-Baustein empfiehlt deshalb, VoIP-Datenpakete zu schützen, sobald sie das gesicherte lokale Netz verlassen. Verbreitet sind dafür SRTP für die Sprache und TLS für die Signalisierung; SRTP nennt der Baustein für erhöhten Schutzbedarf ausdrücklich.

Ein zweites Risiko ist Gebührenbetrug. Mit erbeuteten Zugangsdaten einer Nebenstelle führen Betrüger teure Auslandsgespräche auf fremde Rechnung. Lange, zufällige Passwörter, gesperrte Zielrufnummern, die im Betrieb niemand braucht, und eine Verwaltungsoberfläche, die nicht offen im Internet erreichbar ist, verringern dieses Risiko.

Wie ProNet unterstützt

Bevor Ihre Telefonie umzieht, prüfen wir Bandbreite, Switches und Firewall und richten die Priorisierung für Sprachdaten ein. Danach empfehlen wir eine passende Bauform – Cloud, eigene Anlage oder Teams. Sie entscheiden, und wir richten die gewählte Lösung so ein, wie Ihr Betrieb telefoniert. Einen Überblick über die Wege gibt unsere Seite zur Telefonanlage für Unternehmen. Worauf es beim Umstieg ankommt, fasst der Ratgeber Telefonanlage wechseln zusammen.

Klingen Ihre Telefonate nicht so klar wie gewünscht?

Mit einem Blick auf Bandbreite, Netzwerk und Priorisierung finden wir die Einstellungen, die die Sprachqualität verbessern können.

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