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Glossar

Was ist eine WLAN-Ausleuchtung?

Eine WLAN-Ausleuchtung ermittelt durch Berechnung und Messung, wie sich Funksignale in einem Gebäude ausbreiten. Aus dem Ergebnis folgen Zahl, Standorte und Einstellungen der Access Points, damit das Funknetz alle Arbeitsbereiche mit ausreichender Kapazität erreicht.

WLAN-Ausleuchtung einfach erklärt

Funkwellen halten sich nicht an Grundrisse. Durch Gipskarton kommen sie fast ungehindert, eine Wand aus Kalksandstein schwächt sie spürbar, und hinter einem Metallschrank entsteht ein regelrechter Funkschatten. Wer Access Points ohne Messung verteilt, bemerkt solche Effekte erst im Betrieb: hier ein Funkloch, dort zwei Geräte, die sich gegenseitig stören.

Die WLAN-Ausleuchtung beantwortet deshalb vor der Montage drei Fragen. Wo muss das Funknetz ankommen? Wie viele Geräte arbeiten dort gleichzeitig, und mit welchen Anwendungen? Und wo sollte das Signal möglichst nicht hinreichen, etwa auf den Parkplatz oder ins Nachbarbüro? Das BSI fordert im Baustein NET.2.1 genau diese Abwägung: Die benötigten Bereiche sollen ausreichend abgedeckt sein, andere möglichst nicht.

Im Englischen spricht man vom „Site Survey“. Gemeint ist dasselbe: eine systematische Untersuchung des Ortes, an dem das WLAN entstehen oder verbessert werden soll. Für ein WLAN für Unternehmen mit mehreren Funkzellen ist sie die Grundlage der Planung; in einer Wohnung lohnt sich der Aufwand selten.

Drei Stufen: berechnen, messen, abnehmen

Eine gründliche Ausleuchtung läuft in Stufen ab, die aufeinander aufbauen.

Rechnerische Planung: Auf einem maßstabsgetreuen Grundriss werden Wände, Türen und Fenster mit ihren Baustoffen hinterlegt. Eine Planungssoftware berechnet daraus, wie stark das Signal an jedem Punkt ankommt, und schlägt Montagepunkte vor. Das Ergebnis ist eine farbige Karte der Signalstärke, im Fachjargon Heatmap.

Messung vor Ort: Weil Pläne nicht alles verraten, folgt eine Begehung. Dabei wird ein Mess-Access-Point vorübergehend an einem geplanten Montagepunkt befestigt, und ein Messgerät zeichnet beim Gang durch die Räume die tatsächlichen Werte auf. Gleichzeitig fallen Störquellen und fremde Funknetze auf, die dieselben Kanäle belegen.

Abnahmemessung: Nach der Installation zeigt eine weitere Messung, ob das fertige Netz hält, was die Planung versprochen hat. Das Protokoll dient später als Vergleichswert, wenn jemand über schlechten Empfang klagt.

Bei einem bestehenden WLAN beginnt man umgekehrt mit einer Messung des Ist-Zustands. Sie zeigt, ob ein Problem an der Abdeckung, an überlasteten Funkzellen oder an Störungen von außen liegt.

Was in die Planung einfließt

  • Baustoffe und Einrichtung: Beton, Metall, beschichtetes Glas, Regale, Maschinen und auch Wasser dämpfen das Signal unterschiedlich stark.
  • Nutzung: Telefonate und Videokonferenzen über WLAN verlangen eine gleichmäßig gute Verbindung, gelegentliches Surfen kommt mit weniger aus.
  • Gerätedichte: Wo sich viele Menschen gleichzeitig aufhalten, etwa im Pausenraum oder bei einer Betriebsversammlung, zählt die Kapazität einer Funkzelle mehr als ihre Reichweite.
  • Endgeräte: Smartphones und Tablets haben kleinere Antennen als Notebooks und senden oft mit geringerer Leistung. Maßgeblich ist der Gerätetyp mit der schwächsten Funktechnik.
  • Störquellen: Das BSI nennt Mikrowellengeräte und Bluetooth als Beispiele für Technik, die im selben Frequenzbereich abstrahlt.
  • Nebengebäude: Liegt zwischen zwei Gebäuden eine Freifläche, kommt statt eines weiteren Access Points eher eine eigene Funkstrecke per Richtfunk infrage.

Aus all dem entsteht eine Liste der Access Points mit Standort, Montagehöhe, Kanal und Sendeleistung. Dazu kommen die Kabelwege zu jedem Montagepunkt und ein Abgleich mit dem Switch, der die Geräte anbindet und ihnen per PoE (Power over Ethernet) den Betriebsstrom liefern soll.

Schallgedämmte Übungsräume: Ausleuchtung einer Musikschule

Ein denkbarer Fall: Eine Musikschule mit 20 Lehrkräften zieht in eine ältere Villa mit neuem Anbau. Unterrichtet wird mit Tablets, auf denen Noten und Übungsaufnahmen liegen. Eltern im Wartebereich sollen ein Gastnetz nutzen, und bei Vorspielabenden sitzen bis zu 120 Personen mit ihren Smartphones im Saal.

Nach den Bauplänen kommt die rechnerische Planung auf fünf Access Points. Bei der Begehung weicht die Messung an zwei Stellen ab. Die nachträglich schallgedämmten Übungsräume im Altbau mit mehrschaligen Wänden und schweren Türen schirmen das Signal weit stärker ab als im Plan hinterlegt. Für den Altbau wird deshalb neu gerechnet: Statt zweier Geräte im Flur hängen nun mehrere kleinere Access Points mit geringer Sendeleistung direkt in den Übungsräumen.

Im Anbau mit Leichtbauwänden reicht dagegen ein Gerät weniger. Im Saal geben die Smartphones bei voller Bestuhlung den Ausschlag, deshalb teilen sich dort zwei Access Points mit reduzierter Sendeleistung die Last. Abgenommen wird zweimal, im leeren Saal und während eines Vorspielabends, denn auch Menschen dämpfen Funk.

Wann eine neue Messung fällig wird

Eine Ausleuchtung beschreibt den Zustand an einem bestimmten Tag. Das BSI empfiehlt, Leistung und Abdeckung von WLANs regelmäßig zu messen. Neu gemessen werden sollte zum Beispiel nach:

  • Umbauten, neuen Trennwänden oder einem Umzug innerhalb des Gebäudes
  • neuen Regalen, Maschinen oder einer anderen Lagerbelegung
  • einem deutlichen Zuwachs an Geräten oder neuen Anwendungen wie Telefonie über WLAN
  • wiederkehrenden Beschwerden über Abbrüche an bestimmten Stellen

Wer ein Funknetz neu plant, findet die einzelnen Schritte vom Bedarf bis zum Betrieb in unserem Ratgeber WLAN im Unternehmen planen.

Wie ProNet unterstützt

In unseren WLAN-Projekten folgt die Ausleuchtung direkt auf die Klärung Ihrer Anforderungen, für Büros ebenso wie für Produktions-, Lager-, Hotel- und Handelsflächen. Wir berechnen die Funkabdeckung zunächst anhand Ihres Grundrisses und prüfen sie bei einer Begehung. Daraus leiten wir Standorte und Einstellungen der Access Points ab; auf Wunsch belegen wir das Ergebnis mit einer Kontrollmessung. Wie es danach mit Montage, Sicherheit und Gastzugang weitergeht, zeigt unsere Seite WLAN für Unternehmen.

Wissen Sie, wie weit Ihr Funknetz tatsächlich reicht?

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