Zum Inhalt springen

Glossar

Was ist ein Access Point?

Ein Access Point spannt ein WLAN auf und reicht alles, was mobile Geräte darüber senden, per Kabel an das Firmennetz weiter. Wo ein einzelnes Gerät nicht für alle Räume genügt, bilden mehrere zentral gesteuerte Access Points gemeinsam ein Funknetz.

Access Point einfach erklärt

Ein Access Point hat zwei Seiten. Auf der einen Seite funkt er mit den Endgeräten im Raum, auf der anderen hängt er per Netzwerkkabel am Firmennetz. Was ein Tablet per Funk sendet, gibt er über das Kabel weiter, und die Antworten aus dem Netz schickt er zurück in die Luft. Das BSI beschreibt diesen Aufbau als Infrastruktur-Modus: Die Endgeräte sprechen nicht direkt miteinander, sondern über den Zugangspunkt.

Der Bereich, den ein einzelnes Gerät versorgt, heißt Funkzelle. Wie groß sie ausfällt, hängt von Wänden, Decken, Einrichtung und dem Frequenzband ab. Im 2,4-GHz-Band reicht das Signal weiter, es gibt aber nur wenige Kanäle, die sich nicht überlappen. Das 5-GHz-Band bietet deutlich mehr Kanäle, durchdringt Wände jedoch schlechter. Viele Geräte für den Firmeneinsatz funken in beiden Bändern gleichzeitig.

Neuere Modelle nutzen zusätzlich das 6-GHz-Band. Fest installierte Access Points dürfen es in Deutschland nur in Innenräumen verwenden (Stand: Oktober 2026), und einen Vorteil haben nur Endgeräte, die das Band ebenfalls unterstützen.

Wichtig für die Planung: Alle Geräte einer Funkzelle teilen sich die verfügbare Sendezeit. Ein Access Point kann zwar viele Verbindungen halten, doch mit jedem aktiven Gerät sinkt der Anteil für die übrigen. Wo viele Menschen gleichzeitig arbeiten, braucht es deshalb eher mehr Funkzellen als stärkere Sender.

Access Point oder WLAN-Router?

Im Heimnetz steckt alles in einem Kasten: Internetzugang, Firewall, ein paar Netzwerkanschlüsse und das Funkmodul. Für eine Wohnung genügt das. Im Betrieb trennt man diese Aufgaben. Den Internetzugang und die Kontrolle des Datenverkehrs übernimmt die Firewall, die Anschlüsse verteilt ein Switch, und für den Funk sorgen mehrere Access Points an den passenden Stellen. So lässt sich jede Komponente nach ihrer Aufgabe auswählen, erweitern und austauschen.

Wie mehrere Access Points zusammenarbeiten

Damit aus einzelnen Funkzellen ein durchgehendes Netz wird, senden alle Access Points denselben Netzwerknamen. Ein Notebook, das vom Büro in den Besprechungsraum getragen wird, wechselt dann zum nächstgelegenen Gerät, ohne dass sich jemand neu anmelden muss. Dieser Wechsel heißt Roaming. Wie reibungslos er klappt, hängt von der Abstimmung der Geräte und vom Endgerät selbst ab.

Für diese Abstimmung sorgt eine zentrale Verwaltung; der WLAN-Baustein NET.2.1 des BSI rät ausdrücklich dazu. Sie verteilt Kanäle und Sendeleistung so, dass sich benachbarte Funkzellen möglichst wenig stören. Außerdem spielt sie Einstellungen und Firmware-Updates von einer Stelle aus ein, statt dass jemand jedes Gerät einzeln aufrufen muss.

Über ein einziges Gerät lassen sich mehrere Funknetze parallel aussenden, etwa eines für Firmengeräte und eines für Besuchende. Jedes Funknetz sollte im Kabelnetz einem eigenen VLAN zugeordnet sein, damit Gäste nicht im internen Bereich landen. Strom kann der Access Point über das Netzwerkkabel aus dem Switch beziehen (Power over Ethernet, kurz PoE); eine Steckdose an der Decke braucht es dann nicht.

Tablets in der Physiotherapie: Funkzellen für zwei Etagen

Angenommen, eine Physiotherapiepraxis mit zwölf Beschäftigten verteilt sich auf Erdgeschoss und erstes Obergeschoss. Die Therapeutinnen und Therapeuten dokumentieren Behandlungen auf Tablets und wechseln dafür ständig die Räume. Bisher steht ein WLAN-Router am Empfang, oben verlängert ein Funkverstärker das Signal. Die Tablets klammern sich an die schwache Verbindung, und Einträge werden erst gespeichert, wenn jemand wieder unten ist.

Nach einer WLAN-Ausleuchtung hängen drei Access Points an den Decken der Flure, per Kabel mit dem Switch im Technikraum verbunden. Sie werden gemeinsam verwaltet und übergeben die Tablets beim Raumwechsel an das jeweils nähere Gerät. Im Wartebereich steht ein eigenes Funknetz für Patientinnen und Patienten bereit, das nur ins Internet führt. Der Funkverstärker entfällt.

Worauf es bei Auswahl und Betrieb ankommt

Die passende Bauform richtet sich nach dem Einsatzort. Für Büros gibt es flache Geräte zur Decken- oder Wandmontage, für Hallen Modelle mit gerichteten Antennen und für Hof oder Laderampe wetterfeste Ausführungen. Laut Grundschutz des BSI sind Access Points zudem zugriffs- und diebstahlsicher zu montieren: Unbefugte sollen die Geräte nicht einfach abnehmen oder an ihre Anschlüsse gelangen können.

Vor dem Kauf lohnen drei Fragen:

  • Welche Verschlüsselungsverfahren beherrscht das Gerät, und unterstützen Ihre Endgeräte sie auch?
  • Wie lange liefert der Hersteller Firmware-Updates?
  • Lässt sich das Gerät in die vorhandene zentrale Verwaltung einbinden?

Vor dem ersten Einsatz ersetzt man voreingestellte Netzwerknamen und Kennwörter; das BSI zählt das zu den Basis-Anforderungen. Zur Pflege im Betrieb zählen aktuelle Firmware und eine regelmäßige Kontrolle der Auslastung. Ein Access Point, der jahrelang ohne Update an der Decke hängt, kann zum Einfallstor werden, sobald eine Schwachstelle in seiner Firmware bekannt wird.

Wie ProNet unterstützt

Wir planen Access Points als Teil Ihres WLANs: von der Ausleuchtung über Auswahl und Montage bis zur Einrichtung von Funknetzen, Gastzugang und Verschlüsselung. Auf Wunsch übernehmen wir anschließend Updates und Anpassungen. Den Ablauf beschreibt unsere Seite WLAN für Unternehmen. Weil Access Points vom kabelgebundenen Netz abhängen, betrachten wir Switches und Verkabelung im Rahmen unserer Netzwerktechnik für Unternehmen gleich mit.

Hängen Ihre Access Points an den richtigen Stellen?

In der kostenlosen Beratung schauen wir auf Grundriss und heutige Funklöcher und besprechen, wie Ihr WLAN alle Arbeitsbereiche erreicht.

Kostenlose Beratung