Thin Client einfach erklärt
Äußerlich ähnelt ein Thin Client einem sehr kleinen PC. Er wird an Bildschirm, Tastatur und Maus angeschlossen, und je nach Modell lässt sich das kompakte Gehäuse hinter dem Monitor befestigen. Im Inneren arbeitet ein abgespecktes Betriebssystem, das im Wesentlichen eine Aufgabe erfüllt: die Verbindung zur zentralen Arbeitsumgebung herzustellen. Die Programme laufen dort; am Platz erscheint nur ihr Bild, und Tastatur und Maus melden ihre Eingaben zurück.
Das englische „thin“ heißt dünn, gemeint ist schlank: Das Gerät bringt nur mit, was es für diese Verbindung braucht. Deshalb ist ein Thin Client auf eine Gegenstelle angewiesen. Das kann ein Terminalserver sein, eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI) im eigenen Haus oder ein gemieteter Desktop nach dem Modell Desktop as a Service. Ohne Verbindung dorthin lässt sich am Gerät nicht arbeiten.
Verwaltung aus der Zentrale
Der eigentliche Unterschied zum gewohnten Arbeitsplatzrechner zeigt sich in der Betreuung. Ein Thin Client hat keine eigene Programmlandschaft, die gepflegt werden muss. Einstellungen wie das Verbindungsziel, die Bildschirmauflösung oder erlaubte Zusatzgeräte werden je nach Hersteller über eine Verwaltungssoftware zentral vorgegeben. Auch Firmware-Updates lassen sich so auf viele Geräte zugleich verteilen, etwa abends nach Büroschluss. Je nach Lösung holt sich ein neues Gerät beim ersten Start sein Profil ab, ohne dass jemand Programme darauf installieren muss.
Wartungsfrei ist das Gerät trotzdem nicht. Die Firmware braucht Sicherheitsupdates, solange der Thin Client im Firmennetz hängt, und gehört damit ins Patch-Management. Auch die Zugangssoftware muss zur Plattform passen, mit der er sich verbindet. Weil auf dem Gerät keine Arbeitsdaten liegen, ist ein Defekt dagegen vergleichsweise schnell behoben: Ersatzgerät anschließen, Profil zuweisen, anmelden.
Eine Sitzung, zwei Schreibtische
Angenommen, eine Fahrschule hat am Empfang zwei Arbeitsplätze und im Büro dahinter einen dritten. Alle drei sind Thin Clients; die Verwaltungssoftware für Anmeldungen, Fahrstunden und Prüfungstermine läuft auf einem Terminalserver. Nachmittags kommen Interessierte zur Anmeldung, und am Empfang wird es eng.
Eine Mitarbeiterin erfasst gerade die Anmeldung eines neuen Fahrschülers, als im Büro das Telefon mit einer Rückfrage zur Prüfungsplanung klingelt. Sie trennt ihre Sitzung, geht nach hinten und meldet sich am dortigen Gerät an. Auf dem Bildschirm erscheint das halb ausgefüllte Formular, denn das Programm lief auf dem Server weiter. Nach dem Telefonat schließt sie die Anmeldung im Büro ab. Wer später den Empfang übernimmt, nutzt das persönliche Konto und erhält eine separate Sitzung.
Nach Feierabend liegen auf den Geräten am Empfang keine Schülerdaten, weil gespeichert wird, wo das Programm läuft: auf dem Server. Eine Bildschirmsperre braucht es trotzdem, sobald jemand den Platz verlässt – wer am Empfang wartet, sieht sonst direkt auf eine geöffnete Akte. Eine kurze Einweisung klärt außerdem den Unterschied zwischen Trennen und Abmelden. Eine getrennte Sitzung läuft weiter und belegt Rechenleistung auf dem Server, bis die Person zurückkehrt, sich abmeldet oder ein eingestelltes Zeitlimit greift.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Ein Thin Client eignet sich für feste Plätze mit Büroprogrammen und Branchensoftware, also dort, wo die Anwendungen ohnehin zentral laufen. Weniger geeignet ist er für grafikintensive Arbeit wie CAD oder Videoschnitt und für Mitarbeitende, die unterwegs ohne Netz arbeiten. Für die Auswahl helfen diese Fragen:
- Plattform: Unterstützt das Gerät das Zugangsprotokoll Ihres Terminalservers oder Ihrer Desktops, und führt der Plattformhersteller es als kompatibel?
- Zusatzgeräte: Lassen sich Kartenleser, Headsets oder Unterschriften-Pads in die Sitzung weiterreichen?
- Bildschirme: Wie viele Monitore mit welcher Auflösung muss das Gerät ansteuern?
- Update-Versorgung: Wie lange liefert der Hersteller Sicherheitsupdates für die Firmware?
- Verwaltung: Gibt es eine zentrale Verwaltungssoftware, die zu Ihrer Gerätezahl passt?
Ob an einem Platz ein Thin Client oder ein vollwertiger Rechner sinnvoller ist, beantwortet der Vergleich Thin Client vs. PC anhand von Kriterien wie Arbeitsweise, Pflege und Kostenlogik.
Wie ProNet unterstützt
Wir empfehlen Thin Clients, die zu Ihrer zentralen Umgebung passen, und liefern sie über unsere Hardware-Beschaffung; die Entscheidung über Modell und Ausstattung liegt bei Ihnen. Danach richten wir die Geräte für die Anmeldung ein und planen und betreiben auf Wunsch auch den Server dahinter. Mehr zur zentralen Umgebung hinter den Geräten lesen Sie auf der Seite Terminalserver für Unternehmen.